LLL-Aktivitäten 2013: Perspektiven für die Rebellion der Jugend

Hunderttausende Menschen, vor allem junge Frauen und Männer, auch Kinder, gehen seit Tagen in ganz Indien trotz Demonstrationsverboten und Knüppeleinsätzen der Polizei auf die Straße.

Sie trauern um die Studentin, die an den Folgen ihrer brutalen Vergewaltigung gestorben ist. Sie sind wütend über die fortdauernde Gewalt an Frauen und deren staatliche Duldung, aber auch über die vielfältige Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen und Mädchen insgesamt. Sie wollen sich mit den überkommenen Gesellschaftsverhältnissen nicht mehr abfinden, mit der herrschenden Doppelmoral, der verbreiteten Korruption und der fehlenden Perspektive für die Jugend. Auch in anderen Ländern belebt sich die Rebellion der Jugend.

Der Rechenschaftsbericht an den 9. Parteitag der MLPD bewertet diese Entwicklung so: „Die drastischsten Auswirkungen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise haben die Rebellion der Jugend auf eine neue Stufe gehoben. Das ist eine internationale Erscheinung, die als einer der bedeutendsten Vorboten einer revolutionären Weltkrise gelten kann.“ (Dokumente des Stuttgarter Parteitags der MLPD, S. 166)
Das wird durch die Entwicklung der letzten Monate unterstrichen. Bei den Massenprotesten in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien gegen die Krisendiktate der „Troika“ stehen stets Jugendliche mit vorne dran. Noch vor sieben Wochen, am Tag des europäischen Generalstreiks am 14. November, titelte sogar die „Bild“-Zeitung: „Tag des Zorns: Europas Jugend rebelliert – Millionen auf den Straßen …“
Am 17. Dezember protestierten in der tunesischen Stadt Sidi Bouzid 5.000 Menschen, darunter viele Jugendliche, gegen die amtierende islamistische Regierung. Dort hatte vor zwei Jahren die demokratische Aufstandsbewegung in Nordafrika und den arabischen Ländern ihren Ausgang genommen. Sie riefen immer wieder: „Verschwindet!“ Auch in Ägypten gingen Hunderttausende gegen die Mursi-Regierung und ihre Pläne zur Errichtung einer islamistisch-faschistischen Diktatur auf die Straße. Am 19. Dezember protestierten Tausende Schüler und Studenten in Ungarn gegen die reaktionäre Regierung.
In Deutschland setzt sich die Belebung der Jugendbewegung ebenfalls in vielfältiger Weise fort. In Bremen demonstrierten am 12. Dezember rund 2.000 Schüler, Lehrer und Eltern für eine Erhöhung der Bildungsausgaben, statt Lehrerstellen zu streichen. Im November gab es erneute Proteste für die Abschaffung der Studiengebühren in den Bundesländern, in denen sie noch nicht zurückgenommen wurden. Kaum ein Wochenende vergeht ohne antifaschistische Proteste gegen das Auftreten von Neofaschisten. Verstärkt werden Werbemaßnahmen der Bundeswehr in Schulen oder Arbeitsagenturen von antimilitaristischen Aktionseinheiten ins Visier genommen. Viele Jugendliche beteiligen sich an Umweltprotesten. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Tarifauseinandersetzung in der Metallindustrie war die Forderung nach unbefristeter Übernahme der Auszubildenden. In vielen Betrieben beteiligten sich Azubis gemeinsam mit den älteren Kollegen an den Warnstreiks.

Rebellion braucht klare Perspektive und Organisiertheit
Besonders Jugendliche suchen nach grundsätzlichen Lösungen. Sie sind offen für die Alternative des Sozialismus und die Notwendigkeit des revolutionären Sturzes des kapitalistischen Systems. In ihren Kampfformen sind sie meistens besonders radikal. Zugleich fehlt weitgehend Klarheit über positive Alternativen. Das internationalisierte System der kleinbürgerlichen Denkweise führt zu einer teilweise ausgeprägten Organisationsfeindlichkeit und fördert einen sektiererischen Jugendkult. Hier wirkt subtil auch die antikommunistische Beeinflussung, die die verbindliche und disziplinierte Organisationsstrukturen als „überholt“ oder „bevormundend“ erscheinen lässt.  Gegen den hoch organisierten Gegner des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals kommt man aber nur an, wenn man besser organisiert ist.
Für die Überwindung dieser Schwächen der Jugendbewegung haben die Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Aktivitäten in Berlin besondere Bedeutung. Jahr für Jahr gehen hier Zehntausende für revolutionäre Ideale auf die Straße, aber auch für die gesamten Zukunftsinteressen der Jugend wie etwa im Kampf gegen Jugendmassenarbeitslosigkeit, imperialistische Kriegseinsätze der Bundeswehr und für die Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft. Die LLL-Aktivitäten sind die größte Manifestation für den Sozialismus in Europa. Vor allem die seit 1996 organisierte LLL-Demonstration entwickelt wachsende Anziehungskraft und wurde mehr und mehr zu einer gemeinsamen Demonstration fortschrittlicher, linker und revolutionärer Jugendlicher in Deutschland mit internationaler Beteiligung und Beachtung.

Was Lenin, Liebknecht und Luxemburg verkörpern ...
Auch dort entfaltet sich der weltanschauliche Kampf um die Zielrichtung der Rebellion der Jugend. Über den Weg zum Sozialismus und darüber, wie er aussehen soll, gibt es naturgemäß auch in Berlin interessante Auseinandersetzungen. Der blamable Versuch einer Spaltung durch die Führungen der Jusos, der Falken, der DGB-Jugend, der Naturfreunde und der Linksjugend verließ den Weg der kameradschaftlichen Auseinandersetzung und zielte darauf ab, die revolutionäre Richtung im Linkstrend aus der LLL-Demonstration zu verbannen.

Bei dem Gedenken an die drei Revolutionäre geht es nicht um rückwärtsgewandte Geschichtsbetrachtung, sondern um die Anwendung ihres Vermächtnisses auf die heutige Zeit. Die Führer der Oktoberrevolution 1917 in Russland, Wladimir I. Lenin, und der Novemberrevolution 1918  in Deutschland, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, verkörpern für die rebellischen Jugendlichen das, was sie für den Kampf um eine lebenswerte Zukunft auch heute brauchen: Selbstlosigkeit, Achtung vor den Massen, wissenschaftliche Konsequenz, die Bereitschaft zur Selbstveränderung usw.
Heute, wo die Kriegsgefahr wächst und die Militarisierung der Gesellschaft auf die Spitze getrieben wird, ist das Engagement Karl Liebknechts gegen den Militarismus von großem Wert. Er analysierte nicht nur dessen Rolle als besonders aggressivem Gewaltapparat des Kapitalismus, sondern setzte sich für eine systematische antimilitaristische Agitation vor allem unter der Arbeiterjugend ein. Rosa Luxemburg zeichnete sich insbesondere als glühende Revolutionärin und Internationalistin aus. Von ihrer internationalistischen Einstellung können wir gerade für die heute herausgeforderte neue Qualität des proletarischen Internationalismus lernen.

Die allseitige Krisenhaftigkeit des Imperialismus und die tiefste Weltwirtschafts- und Finanzkrise setzen die internationale sozialistische Revolution auf die Tagesordnung. Ihre Strategie und Taktik dafür hat die MLPD in dem Buch „Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“ entwickelt. Lenin analysierte, dass das damals rückständige russische Zarenreich am Ende des I. Weltkriegs das schwächste Kettenglied des Weltimperialismus geworden war. Er setzte sich kühn an die Spitze der ersten erfolgreichen sozialistischen Revolution und leitete sie mit genialer Umsicht. Er ließ sich vor allem von dem Gedanken leiten, dass dafür eine starke revolutionäre Führung erforderlich ist, die eng mit den Massen verbunden ist. Entsprechend unterstützte er beharrlich den Aufbau revolutionärer Parteien in anderen Ländern. Beim Kampf für den Sozialismus und seinem Aufbau war ihm die Förderung der proletarischen Erziehung der Jugend in organisatorisch selbständigen Jugendverbänden ein besonderes Anliegen. Die MLPD setzt sein Werk fort, indem sie die Lehren von Marx und Lenin schöpferisch auf die heutige Zeit anwendet.

Keine Revolution ohne starken revolutionären Jugendverband
Einen revolutionären Jugendverband braucht die Masse der Jugend auch heute, um ihre Kräfte und Fähigkeiten im Kampf für den Sozialismus voll zum Tragen zu bringen. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, ihr zu helfen, mit den spaltenden, zersetzenden und teilweise offen reaktionären Ideen und Verhaltensweisen fertig zu werden, die durch das gesellschaftliche System der kleinbürgerlichen Denkweise verbreitet werden. Im engen Schulterschluss mit der MLPD und unter ihrer ideologisch-politischen Führung organisiert der REBELL heute eine solche Lebensschule der proletarischen Denkweise.
Dieser tolle Jugendverband stößt auf wachsendes Interesse. Und er braucht noch viel mehr Mitglieder! Die LLL-Aktivitäten sind eine gute Gelegenheit, den REBELL näher kennen zu lernen, mit ihm gemeinsam hinzufahren und am besten direkt Mitglied zu werden, wenn man es noch ist.

2013: Offensive für den echten Sozialismus
Der REBELL mobilisiert bundesweit für das rebellische Wochenende am 12./13. Dezember in Berlin. Dort wird es am Samstag eine Stadtführung „Auf den Spuren der revolutionären Arbeiterbewegung“ und anschließend eine Abendveranstaltung mit gemeinsamer Feier geben. Am nächsten Tag beteiligen sich die Rebellen an der LLL-Demonstration und werden nach dem stillen Gedenken noch eine kämpferische Abschlusskundgebung durchführen.

Die Teilnahme an den LLL-Aktivitäten wird ein erster Höhepunkt und Startschuss für ein Jahr der Offensive für den echten Sozialismus und gegen den modernen Antikommunismus sein, die der REBELL gemeinsam mit der MLPD in Verbindung mit den Bundestagswahlen durchführen wird. Ein besonderer Höhepunkt in der Jugendarbeit 2013 wird das Internationale Pfingstjugendtreffen am 18./19. Mai sein. Alle interessierten Jugendlichen sind aufgefordert, dabei mitzumachen!

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