Ein Platz für Revolutionäre!

Wie das Magazin „Respekt“ Revolutionen und Revolutionäre verunglimpfen will

Zwei Leser haben uns zum neuen Magazin „Respekt“ geschrieben. Es ist eine Initiative der IG Metall gegen Rassismus. Ein Leser aus Schweinfurt schreibt:

Nach der nicht unberechtigten Frage: „Welche Bedeutung hat der Begriff Revolutionär heute für uns und wer könnte in unserer Zeit ein solcher sein?“, wird auf „moderne Helden wie die russische Künstlergruppe Pussy Riot oder den Umweltaktivisten Paul Watson“ orientiert. Auch der französische Fußballer Lilian Thuram, der nach dem Ende seiner erfolgreichen Karriere sich vehement gegen Vorurteile und Rassismus im Sport einsetzte, wird vom aktiven und mutigen Kämpfer zu Revolutionär. Um diese Reformkämpfer – bei aller Anerkennung für ihren Einsatz – aufzuwerten, wird auch die Zielsetzung gleich mit zurechtgebogen: „für eine tolerantere Gesellschaft, für gute Arbeitsbedingungen, sinnvolle Produkte, gegen Atomkraftwerke, für erneuerbare Energien, gegen Unterdrückung, Kriege, Hunger oder für den Erhalt der Natur.“ Keine grundlegende Gesellschaftsveränderung also, nur toleranter muss diese kapitalistische Gesellschaft werden. Toleranz von den Herrschenden zu erwarten, wenn sie ihre Profite und Macht infrage gestellt sehen, ist entweder Naivität oder bewusste Irreführung und heißt an Wunder glauben. Und so lautet die Botschaft an die Jugend, ihr dürft revolutionär sein, aber wehe ihr seid es in der Tat und befürwortet die revolutionäre Gewalt …“

 

Ein Korrespondent aus Dresden schreibt:

Erfreut greift man bei diesem attraktiven und beliebten Titelbild zu! Selbstverständlich gehören Ché, gehören Revolutionäre, gehören revolutionär eingestellte Menschen in unsere Gewerkschaft, sind Teil unserer Gesellschaft! Haben auch sie ihren Platz darin!!

Doch der Geist des modernen Antikommunismus dieser Ausgabe bezweckt offenbar das Gegenteil! Somit eröffnen die Herausgeber unter der Fragestellung: „Kein Platz für Revolutionäre?“, und „Brauchen wir heute noch Revolutionäre?“ eine Diskussion, die objektiv auf die Spaltung der bisherigen Grundlagen der Einheitsgewerkschaft abzielt! Sollen jetzt revolutionär eingestellte Menschen und Marxisten-Leninisten geächtet werden? Nun ist Ché Guevara, wie auch Karl Marx oder Lenin, unbestritten ein Revolutionär gewesen. Bis heute hat es der Antikommunismus nicht geschafft, dieses revolutionäre Idol insbesondere unter der Jugend zu demontieren! Was bietet sich da mehr an, als im Zeitalter des Linkstrends mit diesem Konterfei auf Stimmenfang zu gehen, um im gleichen Atemzug die Anliegen, die Geschichte und den Kampf der großen Revolutionäre von Marx bis Mao in den Dreck zu ziehen? Nun gibt es auch diesen Versuch: Erwartet man bei solch einem Titelbild und Innenposter eine positive zumindest kritische „Berichterstattung“ über Ché Guevara, so wird man nicht nur bitter enttäuscht. Der panische Geist des Antikommunismus springt einen gleich in verschiedensten Facetten an. Eingeleitet auf Seite 1 mit der Frage: „Brauchen wir heute noch Revolutionäre?“ Was für eine Frage bei dem Chaos durch den Imperialismus!

Doch wer diese Frage bejahend zu beantworten denkt, wird darauf eingestimmt, dass Revolutionäre, die sich auf die „großen Legenden der Weltrevolution“, Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao, berufen wollen, zwangsläufig Anhänger des Massenmordes und „Bürokraten des Völkermordes“ seien. Das gelte auch für Ché. Dazu wird auf den Seiten 12 und 13 unter dem Titel: „Revoluzzer, Killer, Popstar“ ein „Spiegel Online“ Artikel von 2007 unkommentiert gebracht. Über Ché heißt es: „Obwohl er hunderte Menschenleben auf dem Gewissen hat …, umwehte ihn stets eine Aura des großen Sanftmütigen“. Auf Seite 14: „Statements zum Thema Revolutionäre“ wird dann mit Interviews vermittelt, warum wir entweder keine Revolutionäre brauchen, Revolutionäre ohne revolutionäre Gewalt, friedliche Revolutionen usw. Vielleicht wäre hier ein Interview mit Stefan Engel angebracht gewesen. Mancher Artikel in diesem Magazin („Bildungsreise nach Mauthausen“) mag interessant sein. Aber was die Macher dieses Magazins hier vermitteln und offenbar bezwecken, ist ein Ausgrenzen revolutionär gesonnener Menschen unter dem angeblichen Banner von „Respekt“! Wie infam ist es doch, revolutionäre Gewalt im Sinne der Befreiung als unmoralisch zu verkaufen. Das neue Leitbild – dazu wird Ché in Form des Posters missbraucht – lautet dann: „Der moderne Revolutionär ist Pionier, Utopist, Visionär, Aktivist, Idealist und Weltverbesserer. Und Frau.“ Alles Eigenschaften, die man begrüßen kann und die heute positiv besetzt sind! Aber nach der Intention der Autoren darf sich der moderne Revolutionär bloß nicht an den wirklichen Revolutionären, den wirklichen gesellschaftsverändernden Revolutionen orientieren und keinesfalls die revolutionäre Gewalt begrüßen. Sonst läuft er Gefahr, als „Massenmörder“ diffamiert zu werden.

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