ARD huldigt dem Nazi-Feldmarschall Rommel

Groß angekündigt, mit anschließender Doku und Wiederholung am gleichen Abend präsentierte die ARD am 1. November den Film „Rommel“ mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle. Die letzten sieben Monate aus dem Leben des Generalfeldmarschalls Erwin Rommel sollten gezeigt werden. Im Mittelpunkt stand seine Verklärung zum edlen, menschlich integren Nazi-Offizier.

Ganz aufs Gefühl zielte die Darstellung des „populärsten Generals im Reich“, der jahrelang ein „Günstling des Führers“ und „von Hitler fasziniert“ war, wie in der nachfolgenden Dokumentation zugegeben werden musste. Als furchtlos und tapfer, immer in vorderster Linie, ein richtiger Draufgänger – so wurde Rommel gehuldigt, ganz wie in den Nazi-Wochenschauen, die damals vor jeder Kinovorstellung gezeigt wurden und die in einer Zeit, in der es noch kein Fernsehen gab, für Millionen die einzigen Bildberichte waren.
Der britische Historiker Richard Overy bescheinigte ihm zwar, dass er „eine saubere Schlacht“ wollte und „hart, aber nicht verbrecherisch“ gewesen sei. Allerdings ist kaum anzunehmen, dass Rommel, der zunächst am Überfall auf Polen bei Weltkriegsbeginn teilnahm, dann durch seinen Afrikaeinsatz zum „Wüstenfuchs“ hochstilisiert wurde und 1944 schließlich die Invasion in der Normandie abwehren sollte, von den Kriegsverbrechen der Wehrmacht nichts mitbekommen hat.
Welchen Zweck haben solche Filme? Einmal soll damit das deutsche Militär aufgewertet werden, ganz so, wie in dem aktuellen Machwerk von Till Schweiger zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Darüber hinaus dienen sie
dem Antikommunismus: Quasi nebenbei wurde mehrfach eingestreut, dass Rommel davon durchdrungen war, „das Abendland vor der bolschewistischen Bedrohung zu retten“ und schließlich Hitler dazu bewegen wollte, einen gegen die Sowjetunion gerichteten Separatfrieden mit Großbritannien und den USA zu schließen. Lieber als britische Kolonie enden, als von Stalin unterdrückt werden – so drückte es der Film-Rommel wörtlich aus. Um diese Haltung als moralisch einwandfrei zu verkaufen, wurde ausführlichst über Rommels Haltung zum Widerstand der Stauffenberg-Gruppe und zum Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 spekuliert. Dabei wurde jedoch geflissentlich ignoriert, dass dieser Widerstand neben einer fortschrittlichen Richtung auch eine durch und durch reaktionäre Strömung beinhaltete, die durch Carl Friedrich Goerdeler repräsentiert wurde: „Die Goerdeler-Gruppe wollte die Hitlerregierung durch eine Regierung von Vertrauensleuten des Monopolkapitals und der Militaristen ersetzen, die durch den Hitlerfaschismus nicht zu sehr kompromittiert waren … Diese Regierung sollte eine Militärdiktatur gegen das Volk ausüben und jegliche demokratischen Bestrebungen unterdrücken … Die kapitalistische Wirtschaftsordnung unter Vorherrschaft der größten Monopolverbände sollte die sozialökonomische Grundlage dieses Staates bleiben … Die KPD, die führende Kraft im antifaschistischen Widerstand, sollte weiterhin unterdrückt bleiben … Die vorrangige außenpolitische Aufgabe der neuen Regierung sollte darin bestehen, durch den Abschluß eines Sonderfriedens mit den imperialistischen Westmächten Truppen frei zu bekommen, die das weitere Vordringen der Roten Armee verhindern sollten.“ („Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“, Kapitel XI, Berlin 1968, S. 181/182)
Mit diesen Kräften stand auch Rommel in Verbindung, ohne jedoch tatsächlich gegen Hitler aktiv zu werden.
Sein Ende – die erzwungene Selbsttötung, mit dem er seine Familie schützte und ein ehrenvolles Staatsbegräbnis erreichte – wurde im Film als letzte Heldentat inszeniert. „Ich bin unschuldig. Grüßen Sie die Kameraden, besonders meine lieben Afrikaner!“ Mit diesen Worten soll er unter anderem abgetreten sein. Es konnte einen schütteln bei so viel Nazi-Schmus!

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