Ein Mitglied der ersten Stunde erinnert sich

Ich heiße Martin Kasprik und bin 70 Jahre alt. Groß geworden bin ich in der Zeit des offenen aggressiven Antikommunismus der Adenauer-Reaktion. Ab meinem 14. Lebensjahr habe ich fast jährlich für jeweils einige Wochen in Großbetrieben in den Sommerferien gearbeitet, Einblick in das harte und solidarische Arbeiterleben bekommen, habe die Kollegen schätzen gelernt. Darunter waren auch junge Kommunisten der illegalen KPD. Ich fühlte mich zu den Arbeitern hingezogen.

Das alles machte mich in der Studentenbewegung der 1968er Jahre gegenüber ihrem kleinbürgerlichen Führungsanspruch sehr skeptisch. Es gab damals eine weit verbreitete kleinbürgerlich-revolutionäre Stimmung. Ich suchte schon lange nach fundierten Antworten für den Kampf um eine befreite Gesellschaft, was es mit dem Kommunismus wirklich auf sich hat. Diese fand ich in den ersten Ausgaben des Revolutionären Weg von Willi Dickhut, in tiefgehenden Gesprächen mit dem verstorbenen Freund und Genossen Ludwig Tammer und in der Kleinarbeit für den Parteiaufbau. Es waren im Kern drei Dinge: die theoretische und praktische Anerkennung der führenden Rolle der Arbeiterklasse beim Kampf um die Befreiung vom weltweiten Imperialismus; der revolutionäre Ausweg aus dem ganzen Elend des Kapitalismus – im Kampf gegen reformistische Illusionen der SPD und vieler Gewerkschaftsführer und revisionistische Täuschungsmanöver der DKP damals – und schließlich die dialektisch-materialistische Weltanschauung des Marxismus-Leninismus im Kampf gegen vor allem den religiösen Idealismus, worin ich ja erzogen war.
Ich war selbst mit einer KABD-Delegation im damals noch sozialistischen China zu Lebzeiten Maos. Am wichtigsten waren die Erfahrungen von Kollegen und Kolleginnen in chinesischen Fabriken, die von der Belegschaft in neue Machtorgane der Arbeiterklasse im Betrieb gewählt wurden: neue Werksleitungen, Revolutionskomitees. Das war ein Ergebnis der Kulturrevolution. Bürokratische, abgehobene Geschäftsleitungen, die mehr auf die Produktion als auf die Menschen achteten und mehr auf ihre Privilegien – waren teilweise regelrecht gestürzt worden, weil das den Arbeitern in den 1960er Jahren oft zu bunt wurde und sie in ihrer Rebellion Unterstützung von Mao Zedong, der kommunistischen Partei bekamen. Die neuen Leitungen von unten gründeten sich auf das Vertrauen der Arbeiter und auf deren Kontrolle. Da waren auch Lehrlinge dabei, die das revolutionäre Handwerk der Leitungsarbeit erlernten. Das war Sozialismus live und hart gegen massive bürokratische Tendenzen in zahlreichen Führungen erkämpft worden. Kein Wunder, wenn heute gerade hier die antikommunistische Hetze aufheult.

Und wir hatten andererseits erlebt, dass ein Funktionär mit dem Parteibuch wedelnd – hier einem roten Plastik-Mitglieds- und Funktionärsausweis – eine junge Kontrolleurin in der U-Bahn richtig einschüchtern wollte, um Regeln der U-Bahn-Nutzung zu durchbrechen und sich dabei herauszustreichen, dicke zu tun (übrigens scheiterte er an dieser jungen Rebellin); oder den Leiter eines Verlags, der bei einem Abendessen immer und immer wieder dogmatisch auswendig gelernte Worte von Mao Zedong von sich gab und jeder konkreten Frage nach dem Klassenkampf im Sozialismus auswich. Das waren die Leute, vor denen Mao Zedong warnte: Sie betreiben oder unterstützen die Wiederherstellung der kapitalistischen Herrschaft, wie sie dann einige Jahre später in China 1976 errichtet wurde und heute die Arbeiterklasse knebelt.

Da nahmen wir kein Blatt vor den Mund und haben das kritisiert – das freute beispielsweise unseren Fahrer, der uns die ganze Zeit begleitete. Zugleich lernten wir, dass im Sozialismus ein langwieriger Kampf geführt werden muss, gegen das üble Erbe des Kapitalismus in den Köpfen und im Verhalten. Das alles ist nicht leicht – aber aussichtsreich; verlangt einen langen Atem, ein brennendes Herz für die Sache der Arbeiterklasse und einen kühlen Kopf.

Man muss immer tiefer in das Wesen des Marxismus-Leninismus eindringen, er ist kritisch und revolutionär. Das macht ihn unbesiegbar. Beides gehört unverbrüchlich zusammen, eins allein führt in die Irre, in eine Sackgasse. Dazu braucht jeder Revolutionär eine revolutionäre Partei. Allein geht das nicht. Diese habe ich in der MLPD gefunden.

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