Umweltschutz im Sozialismus

Umweltschutz im Sozialismus

Weitere Auszüge aus dem Buch zusammengefasst in einer Broschüre. 36 Seiten, 2 Euro. Erhältlich unter www.people-to-people.de

Auszug aus dem Buch „Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“ von Stefan Engel

In seinem Buch „Das Kapital“ entwickelte Karl Marx auch die dialektische Grundlinie der Kommunisten über das Verhältnis von Mensch und Natur: „Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als boni patres familias [Latein: gute Familienväter] den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.“ („Das Kapital“, Marx/Engels, Werke, Bd. 25, S. 784)
Die sozialistischen Länder konnten diese Leitlinie aufgrund der historischen Umstände nicht sofort allseitig begreifen und verwirklichen. Die sozialistische Sowjetunion musste ungeheure Anstrengungen unternehmen, um die sozialistische Großproduktion durchzusetzen oder sich auf den Angriff des Hitler-Faschismus vorzubereiten und die industrielle Basis des Überlebenskampfs zu schaffen. Das waren gigantische Großprojekte, die vor allem die Verteidigung des Sozialismus im Auge haben mussten. Der ungeheure Druck des imperialistischen Lagers auf die sozialistische Sowjetunion verführte ihre Wirtschaftspolitik teilweise zu Großprojekten und zu Maßnahmen, die sich zerstörerisch auf die Einheit von Mensch und Natur auswirkten. Das sozialistische China lernte aus dieser Entwicklung. Es verwirklichte, solange Mao Tsetung lebte, auf dem damaligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf vielen Gebieten einen vorbildlichen Umweltschutz. (…)
Ein zentraler Ausgangspunkt war die dialektische Herangehensweise an Probleme der Umweltverschmutzung. In einer Massenkampagne wurde zum Beispiel diskutiert:
„Wenn man … nach der materialistischen Dialektik handelt, sind Abfall und Nichtabfall nur relative Begriffe. Auf der Welt gibt es nichts, was absolut Abfall ist. Unter der einen Bedingung ist ein Ding Abfall, unter einer anderen etwas Wertvolles; was bei einem Erzeugnis Abfall ist, wird zum guten Material für ein anderes“. („Peking Rundschau“, Nr. 6/1971, S. 8)
So entwickelte sich eine Massenkampagne zur dialektischen Einheit von sozialistischer Wirtschafts- und Umweltpolitik, die auf der ganzen Welt Aufsehen erregte. Die Autorin Sylvia Rogge schrieb in der Einleitung zu der Materialsammlung „Umweltschutz in der VR China“:
„Umweltschutz wurde, lange bevor dieses Thema z. B. in der BRD modern wurde, auf einer Massenbasis popularisiert. Gemäß den Weisungen des Vorsitzenden Maos wurde die vielseitige Verwendung verwirklicht, Flüsse und Seen gereinigt, Exkremente zu Dünger verarbeitet, Klärwerke gebaut, Rohstoffe gesammelt usw. Die Wichtigkeit des Umweltschutzes wurde von der chinesischen Führung unterstrichen, indem man (ihn) mit der revolutionären Linie Mao Tsetungs in Zusammenhang brachte. Und Sparsamkeit, mehrfache Verwendung, Rücksichtnahme auf die örtliche Umwelt, Dezentralisierung der Industrie und ein Abbau der Verstädterung machte China zu einem Land, dessen Umweltbewußtsein vorbildlich zu sein scheint.“ („Umweltschutz in der VR China“, Holger Strohm (Hrsg.), S. 12)
„Professor Dr. K. William Kapp, der sich Anfang der 1970er Jahre intensiv mit dem Umweltschutz in der VR China befasste, bescheinigte ihr, ,eine besondere Strategie entwickelt und mit Erfolg die Öffentlichkeit für eine Mitarbeit gewonnen zu haben, die weit über das in anderen Entwicklungs- oder Industrieländern Feststellbare hinausgeht‘.“ (ebenda, S. 74)
Auch ausgehend von der sozialistischen DDR war die Sammlung und Wiederverwertung sogenannter „Sekundärrohstoffe“ beispielhaft organisiert. Private ebenso wie staatliche Stellen sammelten Altpapier, Flaschen und Gläser sowie später auch Schrott und Altkleider. Bereits an den Schulen wurde der richtige Umgang mit diesen Rohstoffen propagiert. Kinder und Jugendliche - organisiert in ihren Jugendorganisationen – wurden zu Aktivisten des Umweltschutzes und finanzierten mit den Erlösen dieser Wertstoffsammlungen ihre Arbeit. Mit diesen weitreichenden Recyclingmaßnahmen wurde auch der Rohstoffarmut der DDR begegnet.
Grundlage der weit vorausschauenden Umweltpolitik im Sozialismus war die erfolgreiche gesellschaftliche Auseinandersetzung, dass mit der Überwindung der auf Profitmaximierung gerichteten kapitalistischen Produktionsweise die Wiederherstellung und Höherentwicklung der Einheit von Mensch und Natur Ziel und Grundbedingung der sozialistischen Wirtschaft werden konnte.

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