Ein Arbeiter, der für Jahrzehnte des Aufbaus der MLPD steht

Zum Tod von Werner Niggemann (11. 9. 1949–11. 9. 2012)

In der Nacht zu seinem 63. Geburtstag verstarb unser Genosse Werner Niggemann an Herzversagen. Sein plötzlicher Tod hat uns, seine Frau und Familie, viele Freunde und Arbeitskollegen tief getroffen. Wir drücken seiner Frau und Familie unser tief empfundenes Beileid aus.
Werner war mit großer Selbstlosigkeit und Engagement an vorderster Stelle im revolutionären Parteiaufbau, für die Selbstbefreiung der Arbeiterklasse beteiligt. Er verkörperte die Linie der MLPD aus innerster Überzeugung und verband sich dabei mit den Menschen. Schon 1973 trat er in den Kommunistischen
Arbeiterbund Deutschlands (KABD) – die Vorläuferorganisation der MLPD – ein und hat seit dem unbeirrt am Aufbau der revolutionären Partei mit seinem ganzen, selbstlosen Einsatz gearbeitet. Er hat diese Partei auch mit geprägt! Zunächst viele Jahre in Ost-Westfalen, ab 1982 dann in Hamburg. Werner war immer dort, wo er gebraucht wurde – ob lange Jahre als Mitglied der Zentralen Leitung und des Zentralkomitees, der Zentralen Kontrollkommission, im Aufbau der MLPD in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung oder wie zuletzt beim Aufbau des Landesverbands Nord-West an führender Stelle. „Wenn wir uns nach einem Einsatz vor der Werft in Rostock mit Kollegen trafen, setzte er sich über ihre Erfahrungen mit dem Verrat am Sozialismus lebendig auseinander. Mit unserer Perspektive eines neuen Aufschwungs des Kampfs um den echten Sozialismus berührte er seine Gesprächspartner tief“, erinnert sich ein Mitstreiter.
Er war die „Stimme der Geschäftsstelle“ des Landesverbands in Hamburg für viele Anrufer und Besucher. Er organisierte lautlos und ohne großes Aufheben die Tätigkeiten in der Landesgeschäftsstelle. Werner war so etwas wie die Seele der Geschäftsstelle und kompetenter Mitarbeiter der Landesleitung. In den vergangenen Jahren entwickelte er große Initiativen und Fähigkeiten mit Beiträgen für die „Rote Fahne“ und „rf-news“.
Vierzig Jahre war Werner Eisenbahner von ganzem Herzen. Er bildete sich weiter, übte verantwortliche Tätigkeiten, unter anderem als Fahrdienstleiter in verschiedenen Stellwerken, ein oft einsamer, sehr verantwortungsvoller Job. „Wenn es mal aus der Spur lief, und das kam seit der Privatisierung der Bahn immer häufiger vor, musste er schnell und sicher reagieren. Da ging es um die Sicherheit von Menschenleben“, erzählt ein Kollege. Die ständig wechselnden Schichten, oft nachts, zehrten an seinen Kräften.
Werner  war immer ein Genosse, dem die Einheit von Theorie und Praxis am Herzen lag: seine grundsätzliche Kritik an dem schon sprichwörtlichen kapitalistischen „Chaos bei der Bahn“ blieb nicht ohne Konsequenzen. Er war Unterstützer der Kollegenzeitung „Am ZUG“, setze sich bei der „Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V.“ unter anderem für eine menschen- und umweltgerechte Verkehrspolitik ein und  prägte die Montagsdemo Hamburg mit als Aktivist der ersten Stunde. Er veränderte sich dabei auch selbst, entwickelte die Fähigkeit als überzeugender Redner, jedes Wort war wohl überlegt.
Natürlich organisierte er auch die Bahnfahrt zur jährlichen Herbstdemo nach Berlin.
Werner war in seiner solidarischen, ruhigen und kameradschaftlichen Art vielen ein Freund und Berater. Er war ein lebensfroher und ausgesprochener Familienmensch, wanderte gerne und führte ein sehr bescheidenes Leben. Seine Herzenswärme und Hilfsbereitschaft war für viele eine Unterstützung. Mit seiner Frau war er gerne Herbergs- und Gastgeber. Bekannt war sein trockener Humor, mit dem er manchen auf die Schippe nahm. Aber auch seine lebensfrohe Einstellung, mit der er in der Familie, mit Freunden, Kollegen und Genossen zu feiern wusste. Er spürte schnell, wenn etwas nicht stimmte, kritisierte ohne Vorbehalt, blieb nicht beim „Meckern“ stehen, sondern setzte sich für eine positive Veränderung ein. Moralischer Druck lag ihm fern. Werner wurde auch dadurch für viele zum Vorbild, indem er seinen beruflichen Vorruhestand ohne Zögern für den Aufbau des 2007 gegründeten Landesverbands Nord-West voll und ganz nutzte. Werner war sich auch solcher Schwächen bewusst, dass seine Hartnäckigkeit manchmal auch Starrheiten mit sich brachte. Doch er war immer bereit, sich selbst in Frage zu stellen und sich zusammen mit der Partei zu verändern.  Werner tat immer das, wovon er überzeugt war – und das war weit mehr, als man auf dem ersten Blick sah. Seine eigene Person nahm er dafür zurück, machte nie viel Aufhebens um das, was er leistete in einem erfüllten Leben für eine sozialistische Gesellschaft.
Obwohl seine Gesundheit schon länger litt, war sein Tod völlig unerwartet. Er hatte selbst eine produktive Unzufriedenheit mit seiner Arbeits- und Lebensweise entwickelt – er verließ uns mitten in dieser Aufbruchstimmung. Sein selbstloser Einsatz ist ein großes Vorbild für uns.
Wir wollen von dir Abschied nehmen: Was wir von dir bewahren, hilft uns, dein Lebenswerk weiter zu führen und Kräfte zu sammeln, um gemeinsam eine große Lücke zu schließen!

MLPD, Landesleitung Nord-West

Die Trauerfeier findet am Sonntag, 14. Oktober, statt – Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben. Wer zur Gestaltung beitragen will, kann sich an die Geschäftsstelle der Landesleitung wenden.

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