Erste internationale Bauernkonferenz in Indien

Anfang April dieses Jahres fand in Neu-Dehli, Indien, eine erste internationale Bauernkonferenz mit 120 Teilnehmern statt. Organisiert wurde sie von drei Bauernorganisationen: All India Krantikari Kisan Sabha (AIKKS), All Nepal Peasant Association (ANPA) und Bangladesh Krishak Samiti (BKS). Die Initiative dazu hatte die ICOR Asien (International Coordination of Revolutionary Parties und Organizations) übernommen.

Es nahmen Bauernorganisationen, marxistisch-leninistische und revolutionäre Parteien, Wissenschaftler und Aktivisten aus Landwirtschafts- und Umweltorganisationen teil. Obwohl der Schwerpunkt auf Südasien lag, waren ausdrücklich Teilnehmer aus anderen Kontinenten erwünscht. So kamen die Teilnehmer aus Indien, Bangladesch und Nepal, aber auch aus Sri Lanka und den Philippinen. Aus Deutschland nahm eine Delegation der MLPD teil.

Die Teilnehmer begrüßten die Konferenz sehr, weil es ein großes Bedürfnis war, sich über die dramatischen Veränderungen in der Landwirtschaft Asiens auszutauschen. In Indien zum Beispiel gibt es nach wie vor „landlords“, Großgrundbesitzer, die riesige Ländereien besitzen, während viele Millionen von Kleinbauern hungern. Sie besitzen gar kein Land oder nur wenige Quadratmeter. Das allein herrschende internationale Finanzkapital bedient sich auch feudaler Methoden, hält die Landarbeiter in völliger Abhängigkeit.

Der indische Staat geht mit brachialen Methoden vor: Sonderwirtschaftszonen werden auf dem Land eingerichtet, Kleinbauern und Landlose werden zu Tausenden vertrieben. Sie haben wie in vielen anderen abhängigen Ländern keine verbrieften Rechte an ihrem Land. Anschließend wird mit modernsten Methoden und in großem Stil Landwirtschaft betrieben. Zum Teil steigen direkt Agrarkonzerne ein. Kleinbauern sollen auch mit Vertragslandwirtschaft abhängig gemacht werden, dann sind sie im Grunde nur noch Arbeitskräfte. Auf diese Art und Weise wird auch genmanipuliertes Saatgut eingeführt, wogegen ansonsten Bauern immer wieder protestieren und den Einsatz verhindern. „Das Land denen, die es bestellen“ ist eine Parole, die auch heute noch gilt, nur die Gegner sind andere.

Trotz Meinungsverschiedenheiten in ideologischen Fragen bei einem Teil der Aktivisten brachte der Erfahrungsaustausch eine große Übereinstimmung in den Analysen und praktischen Fragen und konnte in einer sehr guten Atmosphäre und demokratischer Streitkultur durchgeführt werden. So bestand auch Einheit darin, dass eine Agrarrevolution notwendig ist, um die feudalen Überreste in einer Reihe von neokolonial abhängigen Ländern zu überwinden sowie Rückständigkeit und Einseitigkeiten in der Wirtschaft dieser Länder zu beseitigen. Die MLPD trug zur Diskussion unter anderem bei durch Beiträge zur Landwirtschaft in einem imperialistischen Land und vertrat den Standpunkt, dass der Gegner auch in neokolonial abhängigen Ländern nicht nur aus noch vorhandenen Großgrundbesitzern, der nationalen Regierung und Bourgeoisie besteht, sondern dass dahinter das allein herrschende internationale Finanzkapital steht.

Eine weitere Konferenz in zwei Jahren wurde von der Mehrheit gewünscht und soll entsprechend vorbereitet werden. Sie soll Teilnehmer aus möglichst allen Teilen Asien haben.

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