Der Kampf der Airbus-Kollegen und der „Zukunftstarifvertrag“

Im Oktober 2011 waren Eckpunkte für den Zukunftstarifvertrag (ZTV) bei Airbus vereinbart worden, nachdem sich zuletzt an einem Warnstreik an allen vier Airbus-Standorten über 11.000 Kollegen beteiligt hatten. Aufgeschreckt von der Kampfbereitschaft der Belegschaft sollte der Kampf erst einmal abgewürgt werden. Ein fauler Kompromiss wurde aus dem Hut gezaubert – und mit der ausgehandelten Endfassung trauten sich die  Airbus-Bosse und ihre Co-Manager erst Ende Februar ans Licht der Öffentlichkeit.
Der Kampf der Airbus-Belegschaft war Ausdruck des unter den Industriearbeitern angekommenen Stimmungsumschwungs. In den letzten Jahren hatte sich die kämpferische Richtung herausgebildet und gefestigt. Während des Kampfes hatte die Kollegenzeitung „Flugzeugbauer“ zeitweilig die Meinungsführerschaft und war der Gedanke der „Dortmunder Erklärung“ mit Leben gefüllt worden. Es gibt eine wachsende Anzahl von Kollegen, die offen sind, sich mit marxistisch-leninistischen Positionen auseinander zu setzen. Drei Hauptforderungen weckten die Kampfbereitschaft der Kollegen:
1. Gegen die Steigerung der Ausbeutung, Rationalisierung und Arbeitshetze brachten sie zum Ausdruck: „Wir sind schon lange am Ende der Fahnenstange angelangt – mehr können die Kollegen nicht leisten.“ (Airbus-Kollegin im „Hamburger Abendblatt“, 8. 10. 11)
2. Bis zu zehn Jahre sind Leiharbeiter schon bei Airbus eingesetzt, ihre Zahl steigt. Darum fordern auch viele „Stammmitarbeiter“, ihre Kollegen fest einzustellen.
3. Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Über die unbefristete Übernahme waren sich nicht alle Kollegen einig, manche hielten einzelne Auszubildende für „zu schlecht“. Doch gemeinsam war die Sorge um die Zukunft unserer Kinder, wo und zu welchen Bedingungen diese später noch arbeiten sollen. Beeindruckt waren schließlich doch alle vom kämpferischen Auftreten der Auszubildenden!
Der Zukunftstarifvertrag ist ein umfassendes Regelwerk, die Belegschaft für das Versprechen einer „Beschäftigungssicherung“ bis 2020 im Interesse des internationalen Konkurrenzkampf zu knebeln: „Ziel des ZTV ist die Sicherung und der Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und damit eine Sicherung der Standorte und der Beschäftigung in Deutschland. Dazu soll die Produktivitätsentwicklung des Unternehmens über die bestehenden jährlichen Planungsziele hinaus signifikant gesteigert werden.“ Ein Instrument ist unter anderem der 18-monatige Optimierungsprozess, in dem die Kollegen auf über 250 „Ideenforen“ alle ihre Ideen einbringen sollen und zugleich bisherige Prämierungen gemäß den Regelungen zu EKVP, BVW und Kaizen (wie es sie auch in der Automobilbranche gibt) ausgesetzt werden.
Beim Einsatz von Leiharbeitern wird Airbus zum Spitzenreiter: 20 Prozent bzw. ab 2015 dann 15 Prozent Leiharbeitsquote und 5 Prozent Befristungen über 36 Monate ohne Sachgrund wurden vereinbart. Die besseren Regelungen zur Leiharbeit im neuen Tarifvertrag der IG Metall vom Mai 2012 haben hier keine Gültigkeit! Für die Auszubildenden bleibt – wie schon in den letzten Jahren – eine Ausbildungsquote von 5 Prozent, ggf. weitere gelten als „Überbedarf“. Aufgenommen wurde, dass die unbefristete Übernahme „personenbedingt“ eingeschränkt werden darf. An eine „sichere Perspektive“ durch den Zukunftstarifvertrag glaubt kaum ein Kollege.
Doch statt wütend aus der Gewerkschaft auszutreten – wie es bereits einige Kollegen getan haben – muss die kämpferische Richtung der „Dortmunder Erklärung“ weiter bewusst gestärkt werden. Dabei hilft uns auch, an der Kampfeinheit mit der Belegschaft von Premium Aerotec festzuhalten (dieser Teil der Airbus-Belegschaft wurde vor ein paar Jahren als neue EADS-Tochter umgewandelt und von der Gewerkschaftsführung nicht in den Kampf miteinbezogen).
Das Handbuch für die Herstellung der internationalen Arbeitereinheit ist die „Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“. Jeder Flugzeugbauer ist heute herausgefordert, mit der Wirkung des modernen Antikommunismus fertig zu werden und die ICOR als internationale Organisationsform für die Vorbereitung der internationalen Revolution finanziell und selbst aktiv zu stärken. Denn damit die Schöpferkraft und die höchstentwickelte Technik wirklich der Arbeiterklasse zugute kommen, ist die internationale sozialistische Revolution notwendig. „Im Sozialismus soll jeder Betrieb so weit wie möglich rentabel (gewinnträchtig) arbeiten. Das Rentabilitätsprinzip darf aber auf keinen Fall die treibende Kraft der Wirtschaft sein. Der Gewinn jedes einzelnen Betriebes muss sich einer ,höheren Form einer stabilen und ständigen Rentabilität‘, muss sich dem Ziel der immer vervollkommeneren Befriedigung der Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft unterordnen.“ („Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion“, S. 97)

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