Frau und Familie im Sozialismus

Frau und Familie im Sozialismus

Stefan Engel, Monika Gärtner-Engel Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau – Eine Streitschrift 337 Seiten; 16,50 Euro, Webshop: www.people-to-people.de

Die Streitschrift „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau“ befasst sich unter anderem allseitig mit dem Kampf um die Befreiung der Frau im Sozialismus. Sie wertet dazu die bisherigen Errungenschaften und auch Niederlagen im Kampf um die Befreiung der Frau aus. Der Sozialismus beendet die doppelte Ausbeutung der Masse der Frauen. Das ist ein wichtiger Ausgangspunkt für einen langwierigen Weg der revolutionären Umgestaltung der gesamten Produktions- und Lebensverhältnisse. Wir dokumentieren einen Abschnitt aus dem Kapitel „Sozialistische Gesellschaft und Kampf um die Befreiung der Frau“:

Erst in einer sozialistischen Gesellschaftsordnung können die Ausbeutung der Lohnarbeit und der damit verbundene Zwang zur privaten Lebensführung in Einzelfamilien überwunden werden. Eine höhere Form der Familie und des Verhältnisses der Geschlechter erwächst aus der neuen ökonomischen Grundlage der sozialistischen Gesellschaft. Nach Marx und Engels ist diese durch folgende Hauptmerkmale charakterisiert:
erstens eine gesellschaftliche Produktion, die vollständig auf die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist;
zweitens die gleichberechtigte Beteiligung aller Familienmitglieder - je nach ihren Möglichkeiten - an der gesellschaftlichen Produktion;
drittens wird das Verhältnis ökonomischer Abhängigkeit zwischen den Familienmitgliedern beseitigt;
viertens hört die Familie auf, die grundlegende Wirtschaftseinheit zu sein, auf der jedes persönliche Leben beruht, und
fünftens werden Hausarbeit und Kindererziehung öffentliche Aufgaben der Gesellschaft.


Die Geschichte aller bisherigen sozialistischen Länder lehrt: Die sozialistische Gesellschaft kann die Befreiung der Frau nicht per Dekret Wirklichkeit werden lassen. Vielmehr handelt es sich um einen mehr oder weniger langwierigen revolutionären Prozess der Umgestaltung ihrer gesamten Produktions- und Lebensverhältnisse. Er steht in Wechselwirkung mit den Veränderungen der Bewusstseinsformen und politischen Strukturen, in denen die Diktatur des Proletariats jeweils konkret zum Ausdruck kommt.
In diesem gesamtgesellschaftlichen Umwälzungsprozess muss die ideologische und politische Seite immer den führenden Faktor bilden. Sonst besteht die Gefahr, dass sich bürgerliche und kleinbürgerliche Ideen und Gepflogenheiten verbreiten und den sozialistischen Aufbau unterminieren. Es dürfen aber auch keine Maßnahmen getroffen werden, für die die materiellen und ideellen Voraussetzungen in der Gesellschaft noch nicht ausgereift sind. Das würde die Idee des Kommunismus und den Weg dorthin unter den Massen in Misskredit bringen.
Die Einzelfamilie als Wirtschaftseinheit bleibt eine wesentliche materielle Basis der gesellschaftlichen Ungleichheit von Mann und Frau. Sie kann auch im Sozialismus nicht sofort und beliebig aufgehoben werden.
(…)

Es ist eine wesentliche Aufgabe der Diktatur des Proletariats, die materiellen und ideellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Funktion der Einzelfamilie als Wirtschaftseinheit schrittweise überwunden wird, weil daran wesentlich die wirkliche Befreiung der Frau gebunden ist, ebenso wie an den Übergang zum kommunistischen Verteilungsprinzip. Im Prozess des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus muss die private Verantwortung für die Produktion und Reproduktion des unmittelbaren Lebens immer mehr in gesellschaftliche Verantwortung übergehen. Die privaten Aufgaben in der Hausarbeit werden immer mehr gemeinschaftlich von Frauen, Männern und Kindern in den Familien und in neuen Lebens- und Organisationsformen durchgeführt und nicht mehr allein den Frauen aufgebürdet.

Es liegt auf der Hand, dass dieser dialektisch verlaufende Prozess des sozialistischen Aufbaus unaufhörlich sowohl die proletarische wie auch eine bürgerliche bzw. kleinbürgerliche Denkweise hervorbringt. Das ist eine der wesentlichen gesetzmäßigen Grundlagen des Klassenkampfs im Sozialismus, auch dann noch, wenn die Bourgeoisie im Übergang zur klassenlosen Gesellschaft als Klasse nicht mehr existiert. Im Klassenkampf im Sozialismus geht es vor allem um die Entwicklungsrichtung: Werden schrittweise die Reste des Privateigentums an Produktionsmitteln, der Warenproduktion und die ökonomische Funktion der Familie als Wirtschaftseinheit überwunden und wird damit der Weg zur klassenlosen Gesellschaft beschritten? Oder werden die Überreste des Kapitalismus als Nährboden für die Restauration des Kapitalismus weiter ausgebaut? (…)
(Seite 215–223)

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