GM/Opel und PSA: Statt Werkschließungen 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!

Am 29. Februar 2012 gaben GM und PSA Peugeot die Bildung einer „auf lange Zeit und ein breites Spektrum“ angelegten strategischen Allianz bekannt.

Vorgesehen sind als „die beiden hauptsächlichen Säulen“:
• Ein Joint Venture für den gemeinsamen Einkauf im Volumen von 125 Milliarden US-Dollar weltweit im Jahr.
• Die Nutzung gemeinsamer Plattformen, Bauteile und Module. Die erste gemeinsame Plattform wird für das Jahr 2016 ins Auge gefasst.
Darüber hinaus soll eine gemeinsame Logistik durch das Unternehmen Gefco von Peugeot und die Einrichtungen von GM verwirklicht werden.
GM kostet der Deal mit einem Anteil von 7 Prozent am Peugeot-Aktienkapital „nur“ 320 Millionen Euro. Das ist angesichts der erwarteten Milliarden-Profite ein Schnäppchenpreis. Die Konzerne erwarten, dass ihre Allianz in fünf Jahren insgesamt zwei Milliarden US-Dollar zusätzlichen Gewinn einbringt, der untereinander aufgeteilt werden soll.
Allerdings tun sich damit zwei Hersteller zusammen, die auf dem schrumpfenden westeuropäischen Markt große Absatzeinbußen verkraften müssen und beide gegenüber der Konkurrenz zurückfallen. Die Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa sind vom Jahr 2000 bis 2011 von 14,7 Millionen auf 12,8 Millionen gesunken, fast zwei Millionen Fahrzeuge weniger. Davon entfällt eine Stückzahl von über 800.000 Pkw allein auf Opel/Vauxhall und PSA. 2012 gehen die Neuzulassungen weiter zurück, von Januar bis April um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das entspricht 360.121 Einheiten und ist so viel wie die Jahresproduktion von rund zwei mittelgroßen Werken (www.acea.be). Davon sind Opel und PSA zusammen mit Fiat, Renault und Ford am stärksten betroffen. VW und die südkoreanischen Hersteller konnten ihren Absatz dagegen noch steigern. Einen höheren Absatz in Europa strebt auch GM/Opel an, obwohl das Werk in Bochum auf der Abschussliste steht.
Um ihren Rückfall wettzumachen, legen beide Konzerne eine besondere Aggressivität zur Erpressung der Belegschaften an den Tag. GM Europe hat seinen Umsatz je Beschäftigten von 279.270 US-Dollar im Jahr 2000 auf 686.077 US-Dollar im Jahr 2011 auf fast das Anderthalbfache gesteigert. Die Beschäftigtenzahl wurde von 89.000 im Jahr 2000 auf nur noch 39.000 im Jahr 2011 verkleinert, auf nicht einmal die Hälfte (GM-Geschäftsberichte, eigene Berechnung). Damit liegt GM Europe weit vor den entsprechenden Zahlen von PSA Peugeot.
Laut GM/Opel ist aufgrund dessen mindestens ein weiteres Werk in Europa „überflüssig“. PSA plant sogar die Stilllegung von mindestens drei Werken: Geschlossen werden soll das Werk in Aulnay, einem Vorort von Paris; das Werk Sevelnord, ein Joint-Venture mit Fiat, in der nordfranzösischen Industriestadt Valenciennes und das Werk in Madrid.
Vom Standpunkt der Arbeiterinteressen könnte die enorm gestiegene Arbeitsproduktivität zur Verkürzung der Arbeitszeit bei GM/Opel und PSA auf 30 Stunden in der Woche bei vollem Lohnausgleich genützt werden. Dann wäre es möglich, die Arbeitsplätze und die bestehenden Werke zu erhalten. Das ist jedoch nur in einem harten konzernweiten Kampf auf Kosten der Profite durchzusetzen.
Auf dem 7. Internationalen Automobilarbeiterratschlag in München haben Abordnungen aus 15 Standorten von GM/Opel und PSA ihre Bereitschaft dazu bekundet: „Wir erklären an die Adresse von GM: Wenn ihr dachtet, eure in den letzten Wochen verkündeten Attacken würden unsere Spaltung verstärken, müssen wir euch enttäuschen. Im Gegenteil, wir haben uns enger denn je zusammengeschweißt. Der aktuelle Kampf gegen die geplanten Werkschließungen von Opel Bochum, PSA Aulnay, PSA Valenciennes und PSA Madrid ist unser aller Kampf.“ (www.iaar.de)

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