Bewegende Tage mit Domitila

Bewegende Tage mit Domitila

Domitila Chungara beim 8. Frauenpolitischen Ratschlag. Die Bergarbeiterfrau aus Bolivien starb am 14. 3. 2012 im Alter von 75 Jahren. Sie ist weltweit bekannt geworden durch ihr mutiges Buch „Wenn man mir erlaubt zu sprechen“. rf-foto

Bottrop (Korrespondenz): Während des 8. Frauenpolitischen Ratschlags haben wir Genossinnen und Genossen aus Bottrop und Gladbeck Domitila Chungara als Gastfrau beherbergt und begleitet. Sie hat bei uns einen tiefen Eindruck hinterlassen und wir sind alle sehr traurig über ihren Tod. Sie war damals schon 70 Jahre alt und litt unter verschiedenen Krankheiten. Sie hatte eine mehrtägige, anstrengende Reise hinter sich. Viele Stunden mit dem Bus von ihrer Heimatstadt Cochabamba in die Hauptstadt Boliviens, La Paz, danach noch den langen Flug über den Atlantik nach Deutschland. Aber diese Anstrengungen nahm sie in Kauf, um am Frauenpolitischen Ratschlag teilzunehmen, denn ihr war wichtig, über die Kämpfe in Bolivien zu berichten und Solidarität mit dem Kampf ihres Volkes einzufordern.
Wir hatten was für einen kleinen Begrüßungsempfang vorbereitet. „Was ist los im Klassenkampf in Deutschland?“, war ihre erste Frage, als sie zur Tür rein kam. Und so waren wir mittendrin in einer lebendigen Diskussion über die Lebensverhältnisse und die Kämpfe der Menschen in Deutschland und Bolivien, denn auch wir hatten natürlich zahllose Fragen an sie. Bei einem Filmabend zeigte sie uns ein Video mit Live-Aufnahmen über den Kampf um das Wasser in Cochabamba, von dem wir schon gehört hatten und bei dem massive staatliche Gewalt gegen den Kampf der Bevölkerung eingesetzt wurde. Wir bekamen einen lebendigen Eindruck, was es heißt, den Klassenkampf mit aller Entschlossenheit und Härte zu führen und sich durch die Staatsgewalt nicht einschüchtern und abhalten zu lassen, für die Lebensbedürfnisse des Volkes zu kämpfen.
Beim Frauenpolitischen Ratschlag hatte sie ein volles Programm. Wenn sie wieder in ihrem Quartier war, gönnte sie sich auch noch keine Ruhe. Sie zückte ihr kleines Notizheft. „Erst mal muss ich alles aufschreiben, damit ich genau zu Hause berichten kann.“
Es wird nicht nur uns, sondern auch den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Frauenpolitischen Ratschlags unvergessen bleiben, wie diese mutige und entschlossene Frau eines Mineros (Bergarbeiters) selbstbewusst und mit einfachen, klaren Worten für den gemeinsamen Kampf der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie der Völker der Welt für eine lebenswerte Zukunft auftrat.


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