„Wer nichts hören will, muss kämpfen!“

„Wer nichts hören will, muss kämpfen!“

Bild von der zweiten Montagsdemo gegen den Fluglärm am 21.11. in Frankfurt/Main – rf-foto

Widerstand gegen Fluglärm in Frankfurt/Main

Frankfurt (Korrespondenz): Über 10.000 Menschen demonstrierten am 4.2.2012 bei eisiger Kälte im und am Frankfurter Flughafen für Nachtflugverbot, gegen Fluglärm,  und weiteren Flughafenausbau. Mit ohrenbetäubendem Lärm, einem Meer an Transparenten und selbst gemalten Schildern, Musik und eigenen Liedern wurden die Forderungen untermauert. Der geplante Marsch durch den Flughafen konnte wegen der vielen Menschen gar nicht durchgeführt werden. So formierte sich sehr schnell eine Demonstration am Flughafen. Bus- und Taxiverbindungen wurden lahmgelegt.
Immer wieder versuchte die Polizei, mit Auflagen die Demonstration zu stören. Auf das Verbot von Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Tröten gaben die Demonstranten im Flughafen eine lautstarke Antwort. Getragen wird der Widerstand von inzwischen über 70 Initiativen aus dem Rhein/Main-Gebiet, die sich in einem Bündnis zusammengeschlossen haben. Neu ist die Vernetzung mit dem Widerstand an anderen Flughäfen in Berlin, Düsseldorf, München, Leipzig und mit den „S21“-Gegnern aus Stuttgart. Eine Delegation von zirka 30 Berlinern mit großem Transparent wurde herzlich begrüßt.
Gegen diesen immer stärker werdenden Widerstand versucht die Fraport AG (FAG) die Bürgerinitiativen zu spalten, indem einzelnen Initiativen Gespräche und Zugeständnisse angeboten werden. Das stößt auf große Empörung, ebenso wie die feigen Ausreden von Ministerpräsident Bouffier (CDU), SPD- und Grünen-Politikern, sie hätten nicht geahnt, dass der Lärm durch die neue Landebahn so laut werden würde. Immer wieder, wenn die Redner diese Politiker ansprachen, schallte es aus der Menge der Demonstranten „Lügner, Lügner, Lügner“. Dem Versuch der SPD, mit dem Vorschlag vom SPD-Landesvorsitzenden Schäfer-Gümbel über ein neues Mediatorenverfahren dem Widerstand die Spitze zu nehmen, erteilte der Sprecher der Demonstration, Dr. M. Wilk, eine klare Absage: „Dazu sagen wir NEIN ohne WENN und ABER! Wir wollen ein Nachtflugverbot!“ Er erhielt lautstarken Beifall.
Im Gegensatz zu Ver.di rief die IGM Frankfurt mit zur Demonstration auf. Die Rednerin der IGM, Katinka Pönsgens, orientierte darauf: „Wer nichts hören will, muss kämpfen!“ Sie machte in ihrer Rede Mut, an der Forderung nach Schließung der Landebahn Nord festzuhalten, das sei möglich, denn auch die Studiengebühren waren eingeführt und konnten durch den Widerstand gekippt werden.
Auf großes Interesse stieß die Einladung der Vorbereitungsgruppe zum 7. Internationalen Automobilarbeiter-Ratschlag zur Veranstaltung „Umweltschutz unvereinbar mit Automobilproduktion?“, die am 11.2. 2012 um 17 Uhr in Rüsselsheim, Gutenbergstr. 2 stattfindet. Auch wenn einige erst einmal verdutzt schauten, wieso gerade Automobilarbeiter sich für den Umweltschutz und gegen Lärm einsetzen, hatten wir viele interessante Gespräche. Insbesondere, dass Umweltschutz und Arbeitsplätze keine Gegensätze sind, die sogenannte „Jobmaschine Flughafen“ ein Lügengebäude von FAG und bürgerlichen Politikern ist, wurde lebhaft diskutiert. Dass sich Automobilarbeiter international koordinieren, wurde z.T. auch verbunden mit dem Gedanken, dass dies auch für den Widerstand gegen Fluglärm und das Nachtflugverbot notwendig ist. Schon sind die Lobbyisten der Fluggesellschaften dabei, über eine EU-Verordnung nationales Recht zu unterlaufen, um mit Just-in-time-Produktion die Profite der Monopolunternehmen zu erhöhen. Die Montagsdemonstrationen in Frankfurt gehen weiter. Ein Redner rief: „Zieht euch warm an, wir laufen uns erst warm!“

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