"Mit Erpressern verhandelt man nicht – Unbefristeter Streik, bis alle Pläne vom Tisch sind!"

31.01.12 - Unter dieser Überschrift erschien heute die Stahlarbeiterzeitung "Stahlkocher" mit der dritten Extra-Ausgabe innerhalb von zwei Tagen. Es heißt darin:

"Zum heutigen Frühschichtwechsel wurde in Essen ein Ergebnis erzielt, das den Tod auf Raten von beiden Werken festlegt. Auf der außerordentlichen  Betriebsversammlung heute morgen in Bochum wurde das Ergebnis vorgestellt und gerechtfertigt. Sonst müsste der Betriebsratsvorsitzende heute die Schließung des Werkes verkünden. Doch warum wird mit Erpressern überhaupt verhandelt.

Die Alternative für uns soll also sein, entweder sofortige Schließung oder in ein paar Jahren. Dafür haben wir nicht gekämpft! Wir waren am Drücker und unsere selbstständigen Streikaktivitäten haben die Vorstände von ThyssenKrupp als auch Outokumpu unter Druck gesetzt und gezwungen, ein paar Zugeständnisse zu machen.

Es zeigt, wenn wir kämpfen, sind wir stark und wir müssen von unseren Interessen ausgehen.

Was ist von der Vereinbarung zu halten:

1. 'Betriebsbedingte Kündigungen' werden für 4 Jahre ausgeschlossen. Von wegen keiner kommt unter die Räder, was ist mit der Zukunft der Jugend! Seit Jahren wurden tausende Arbeitsplätze unter Ausschluss von 'betriebsbedingten Kündigungen' im Stahlbereich vernichtet! Diese Zusage gilt auch nur die nächsten 4 Jahre und dann? Wir haben den Kampf um jeden Arbeitsplatz aufgenommen, hieran sollten wir festhalten!
2. Was nutzen uns Standortgarantien? Auf dem ThyssenKrupp Steel Werk in Dortmund haben vor 10 Jahren über 7.000 Kollegen Arbeit gehabt. Der Standort besteht auch noch, allerdings nur noch mit knapp 1.200 Arbeitsplätzen. Auf solche Standortzusagen können wir nicht bauen. Wir haben in Krefeld bei der Grobblechstraße gesehen, wie sie mit Zusagen umgehen.
3. Weg mit der Spaltung zwischen Bochum und Krefeld, einziges Ziel ist es, einen Keil in den gemeinsamen Kampf der einzelnen Standorte zu treiben. Es ist doch unsere Stärke, dass wir zusammen kämpfen, wie bei dem Streik und der Arbeiterdemo in Bochum letzten Freitag! Es gibt keinen Grund, die Initiative aus der Hand zu geben.
4. ThyssenKrupp hält 30%, soll das jetzt ein Fluch oder Segen sein? Der Vorstand von ThyssenKrupp interessiert sich genauso wie Outokumpu einen Scheiß um unsere Arbeitsplätze. Sie interessiert nur der maximale Profit und versuchen uns immer mehr auszupressen!
5. Wir wissen alle, dass alle Zusagen unter dem Vorbehalt stehen, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ändern. Das heißt, wenn der Profit nicht stimmt, sich die Weltwirtschaftskrise weiter verschärft, ist sowieso alles Makulatur. Dies ist also das beste Ergebnis, was man aushandeln konnte? Wenn das so ist, kann dies nur bedeuten, einen unbefristeten selbstständigen Streik in allen Standorten gemeinsam zu führen. Viele sind doch seit einer Woche am überlegen, wie man diese selbstständigen Streiks ausweiten kann! Wir haben doch die Stärke gespürt, zu wissen, dass wir jetzt am Drücker sind! Die Arbeitereinheit und Solidarität ist stärker als Spaltung. Es gibt nur eine Spaltung und zwar die der Konzernvorstände und der Belegschaften, diese Interessen sind unvereinbar. Redaktion TKN Bochum"

Die Zeitung veröffentlicht auch 11 "Grundlinien für einen erfolgreichen Kampf".

Sie kann hier im pdf-Format heruntergeladen werden.

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