Vertrauensleutewahlen – ein Höhepunkt der innergewerkschaftlichen Demokratie

Bis Ende Mai 2012 organisiert die IG Metall in Betrieben und Verwaltungsstellen die Wahl der gewerkschaftlichen Vertrauensleute, der Vertrauenskörperleitungen, der Delegierten für Delegierten- und Bezirkskonferenzen, der Ortsvorstände, der verschiedenen Ortsausschüsse (Frauen, Migranten, Jugend etc.), der Mitglieder der Großen Tarifkommission und des IG-Metall-Beirats.

Die Organisationswahlen, und besonders die Wahl der Vertrauensleute, Vertrauenskörperleitungen und Delegierten, sind ein wichtiger Höhepunkt der innergewerkschaftlichen Demokratie und der weiteren Auseinandersetzung über den Richtungsentscheid an der Basis. Dazu heißt es unter anderem in den Beschlussdokumenten des 22. ordentlichen IGM-Gewerkschaftstags  (2011): „Ein wichtiger Eckpunkt für die betriebspolitische Handlungsfähigkeit sind die Vertrauensleutewahlen 2012. Wir wollen die Anzahl der Gremien steigern und gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass alle Beschäftigtengruppen in ihnen repräsentiert sind.“ (Entschließung 3, Seite 108)
Gerade in den jetzt angelaufenen Auseinandersetzungen und Diskussionen in Vertrauenskörpern über die Forderungen in der Metall-Tarifrunde spielt neben den konkreten Lohn- und Gehaltsforderungen, den Forderungen in Bezug auf die „Leiharbeit“ und die unbefristete Übernahme aller Auszubildenen die Diskussion um die praktische Durchsetzung eine große Rolle. In der Präambel der „Richtlinien für die Vertrauensleutearbeit“ aus dem Jahr 2003 heißt es: „Vertrauensleute knüpfen Netzwerke mit gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen, deren Ziele von der IG Metall getragen werden. Sie beteiligen sich an gemeinsamen Aktionen, sind offen für Kooperationen mit sozialen Bewegungen.“ Das betont zurecht die Bedeutung der Gewerkschaften und ihrer Vertrauensleute in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Gerade für die Kampffähigkeit einer Gewerkschaft und Belegschaft ist neben der Anzahl der Gewerkschaftsmitglieder auch die Stärke und Arbeitsfähigkeit des Vertrauenskörpers sehr wichtig. Im Buch „Gewerkschaften und Klassenkampf“ von Willi Dickhut heißt es dazu: „Die Vertrauensleute spielen bei der Vorbereitung und Durchführung von Streiks eine wichtige Rolle.“ (S. 228) Dies gilt sowohl in der Tarifrunde als auch in den zunehmenden Kämpfen gegen Werksschließungen, Arbeitsplatzvernichtung usw. Oft sind solche Kämpfe die Geburtsstunde neuer aktiver Vertrauensleute.
Durch die Internationalisierung der Produktion ist die Welt und sind auch die Belegschaften stark zusammengewachsen. Der angenommene Antrag 3.005 (S.111) aus Erfurt „Annahme als Material an den Vorstand“ hat dieser neuen Aufgabe Rechnung gezollt. Darin heißt es weitsichtig: „Der Vorstand der IGM wird aufgefordert, finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung zu stellen, damit in den Betrieben und Konzernen ein koordiniertes Handeln der Vertrauensleute, analog der GBR- und KBR-Betreuung, besser organisiert und weiterentwickelt werden kann.“
Die Wahl aktiver Vertrauensleute, die ihre Gewerkschaft als Kampforganisation verstehen, ist eine wichtige Entscheidung in dieser von Weltwirtschafts-und Finanzkrise geschüttelten Zeit. Brauchen wir nicht gerade viele Vertrauensleute und Delegierte, die sich mutig und vorbehaltlos für unsere Interessen einsetzen und sich gerade nicht als „Vermittler“, „Co-Manager“ oder „Betriebsratshelfer“ verstehen?
Darüber hinaus gilt es auch, entgegen den Bestrebungen von rechten Gewerkschaftsfunktionären und Betriebsräten, die Vertrauensleutearbeit zum Anhängsel der Betriebsratsgremien zu machen, die eigenständige, aktive Vertrauensleutearbeit als entscheidende gewerkschaftliche Basis in den Betrieben zu verteidigen und auszubauen.
Die gründliche Beratung, Vorbereitung und Organisierung dieser Wahlen erfordert, entsprechende Wahlprüfsteine aufzustellen. In verschiedenen Betrieben entstehen derzeit richtige Wahlprogramme, werden Homepages eingerichtet, Fotos aller Kandidaten zusammengestellt und ein regelrechter Wahlkampf vorbereitet.
Die „Rote Fahne“ möchte in den kommenden Wochen über diese Erfahrungen, Fragen und Auseinandersetzungen in der gewerkschaftlichen Vertrauensleutearbeit, über Ideen und Kritiken in der Vorbereitung und Führung eines engagierten Wahlkampfs berichten. Wir hoffen, dass euch der Artikel dazu anregt, davon zu berichten.

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