3. Dezember 2011: Weltklimatag im Zeichen neuer Herausforderungen und Horizonte

3. Dezember 2011: Weltklimatag im Zeichen neuer Herausforderungen und Horizonte

Protest gegen AKW

Der 3. Dezember ist der Weltklimatag. Der Weltklimatag jährt sich zum sechsten Mal und findet zeitgleich zu den Weltklimakonferenzen statt. Er begann mit Massenprotesten in Montreal 2005. Seit der Gründung der internationalen Weltorganisation ICOR 2010 ist der Umweltkampftag auch einer von vier ihrer gemeinsamen internationalen Kampftage. Die MLPD führt den Weltklimatag aktiv unter der Losung „Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft“ durch.

Massive Überschwemmungen suchten in den letzten Wochen Thailand und Teile von Italien und Frankreich heim, kosteten Tausenden von Menschen Existenz oder Leben. Ein massiver Wintereinbruch lähmte Teile der USA, während weite Teile des Planeten in Hitze und Dürre dahinvegetieren wie in Somalia. Über drei Viertel des Waldes in NRW ist krank! Das arktische Ozonloch erreichte 2011 seine größte jemals gemessene Ausdehnung bis nach Norddeutschland. 30 Hektar Regenwald werden allein im Amazonasgebiet pro Minute zerstört.
Wälder, Weltmeere und Eismassen bremsen die Erderwärmung, deswegen ist ihre Zerstörung besonders alarmierend. Die polaren Eismassen schmelzen in Rekordtempo ab. Um 1,9 Milliarden Tonnen auf 33,5 Milliarden Tonnen, also um 6 Prozent, ist der weltweite Ausstoß des Haupt-Treibhausgases CO2 im Jahr 2010 gestiegen. Selbst die Internationale Energieagentur (IEA) spricht von einer unmittelbar drohenden „irreversiblen und potentiell bevorstehenden Klimakatastrophe“. In Fukushima findet immer noch eine Kernschmelze statt und die Gesundheit von Millionen Menschen vor allem in Japan, aber auch weltweit, wird durch die ausgetretene Radioaktivität über viele Jahre hinweg extrem geschädigt.
Einschneidende Maßnahmen gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen in der Natur werden von den Herrschenden nicht getroffen.  Ihre Propaganda von einer Energiewende auf der Basis der Einheit von Ökologie und Ökonomie soll vortäuschen, dass eine kämpferische Umweltbewegung angeblich nicht nötig sei. Jetzt werden viele unzureichende Umweltschutzmaßnahmen angesichts der Vertiefung der Weltwirtschafts- und Finanzkrise wieder storniert. Die 17. Weltklimakonferenz vom 28.11. bis 7.12. in Durban ist bereits gescheitert, bevor sie begonnen hat.
Unter dem Titel „Totentanz in Durban“ heißt es beim Nachrichtensender „NTV“: „Die Erwartungen an die Klimakonferenz in Durban könnten kaum geringer sein. Dabei werden die düstersten Prognosen der Klimaforscher mittlerweile von der Realität überholt.“ (ntv.de, 11.11.2011)
Weltweit stemmen sich Menschen mutig und oft selbstlos auch gegen den Einsatz des staatlichen Gewaltapparates gegen zahlreiche Umweltverbrechen. Kritische Wissenschaftler stellen sich in den Dienst der Aufklärung. Viele erkennen, dass es nicht ausreicht, nur global zu denken und lokal (jeder isoliert für sich) zu handeln.
Seit den Protesten zur Weltklimakonferenz 2009 in Kopenhagen wird in der Umweltbewegung unter dem Motto „System change – not climate change!“ („Verändert das System und nicht das Klima!“) diskutiert. Das hat eine Strategiedebatte in der Umweltbewegung eröffnet. Dazu kommt auch das Buch „Morgenröte der internationalen Revolution“ von Stefan Engel gerade richtig. Es weist nach, dass die Umweltkrise heute zu einer gesetzmäßigen Erscheinung der kapitalistischen Produktionsweise geworden ist und deshalb das „andere“ System nur der echte Sozialismus weltweit sein kann (S. 190 ff.).
Die Schlussfolgerung daraus ist, dass nur eine überlegene Kraft gegen die zerstörerischen Machenschaften des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals die Existenz der Menschheit retten kann. Eine neue Qualität der Umweltbewegung ist notwendig. Dem stellt sich die MLPD mit einer Veränderung ihrer Arbeit, um dem Rechnung zu tragen.
Aktuell wird der Weltklimatag selbst bei Umweltorganisationen wieder als untergeordnete Aktivität gehandelt. In den Archiven ihrer Webseiten von BUND, ATTAC, Klimaallianz und DGB-Gewerkschaften oder auch den Grünen tauchen gerade noch die Aktivitäten im Dezember 2009 in Kopenhagen auf. Das zeigt den Einfluss des imperialistischen Ökologismus auf die Umweltbewegung, der vorgibt, dass auch der Umweltschutz in Einklang mit der Profitmacherei organisiert werden könne. Unter diesem Einfluss wird die Dimension des notwendigen Kampfes und Aufbaus einer schlagkräftigen internationalen Widerstandsbewegung oft noch erheblich unterschätzt.
Es ist zu begrüßen, wenn an verschiedenen Orten gemeinsame Initiativen für einen kämpferischen Weltklimatag am 3. Dezember entstehen. In diesem Sinne unterstützt die MLPD auch den Aufruf der Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V.: „Machen wir diesen Weltklimatag 2011 durch unseren vielfältigen öffentlichen Protest zu einer Kampfansage an das Finanzkapital, die internationalen Energiekonzerne und an ihre Regierungen: Diese Leute dürfen mit der Zerstörung unserer natürlichen und sozialen Lebensgrundlagen, dem Raubbau an der Natur und an der Gesellschaft nicht weiter durchkommen. Macht Kundgebungen und Demonstrationen, besonders vor den Konzernzentralen der internationalen Energiekonzerne und Banken am Samstag, den 3.12.“


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