„Gemeinsam mit der Jugend kämpfen“

„Gemeinsam mit der Jugend kämpfen“

Brigitte Heinisch

Brigitte Heinisch, Berlin, Altenpflegerin und Autorin des Buchs „Satt und Sauber“, sprach mit der „Roten Fahne“. Brigitte Heinisch hatte gravierende Pflegemissstände in einem Pflegeheim der Vivantes GmbH öffentlich angeprangert, wurde daraufhin gekündigt und bekam erst nach langwierigen, von viel Solidarität begleiteten Auseinandersetzungen Recht.

Ich habe langjährige Erfahrungen im Umgang mit alten, pflegebedürftigen Menschen und vor allem Erfahrungen im Kampf gegen die Missstände im Pflegebereich. Am 21. Juli dieses Jahres habe ich, wie die ,Rote Fahne‘ berichtete, vor dem Europäischen Gerichtshof Recht bekommen – das ist eine wichtige, gute Vorlage für alle im Pflegeberuf Tätigen, die sich gegen die Missstände in den Heimen wehren. Es geht ja nicht ohne gemeinsamen Widerstand, wenn man Verbesserungen erreichen will! Und das Urteil vom Europäischen Gerichtshof hat Wirkung auf die Pflegearbeit europaweit.

Was muss sich ändern?

Vor allem muss die Privatisierung rückgängig gemacht werden. Die Kommunen müssen die Verantwortung für die Heime wieder übernehmen! Bei den Privaten geht es um Profit und Erfolge an der Börse. Das geht zu Lasten der alten Leute und der Mitarbeiter.

Wir brauchen auch unter den Mitarbeitern eine neue Streitkultur. Die angepassten Mitarbeiter unterdrücken im Pflegebetrieb die engagierten Kollegen, die sich gegen die Vernachlässigung der Pflegebedürftigen wehren wollen. Das kann man aber nur auflösen, wenn der Widerstand gemeinsam organisiert wird. Da müssen auch die Gewerkschaften mitziehen!

Die Jugend muss einbezogen werden. Gemeinsam kämpfen statt gegeneinander agieren. Es geht ja darum, welche Gesundheitsfürsorge wir in Zukunft haben werden. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist eine gute, wichtige Vorlage für die Optimierung des Kampfs.“

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