Sozialismus und Krieg

Bereits der Militärwissenschaftler Carl von Clausewitz stellte fest: „Der Krieg ist die bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Lenin analysierte daran anknüpfend den Imperialismus, den Kapitalismus auf der heutigen Entwicklungsstufe. Er kam zu dem Ergebnis, „daß auf einer solchen wirtschaftlichen Grundlage, solange das Privateigentum an Produktionsmitteln besteht, imperialistische Kriege absolut unvermeidlich sind.“

Stalin entdeckte, dass die ungleichmäßige Entwicklung der imperialistischen Länder immer wieder zwangsläufig zu Kriegen führen muss. Die Märkte, Rohstoffe und Absatzgebiete sind auf der Welt relativ aufgeteilt. Die wirtschaftliche und militärische Macht der verschiedenen Länder entwickelt sich aber unterschiedlich und zunehmend sogar sprunghaft. Die neuen Verhältnisse geraten in Widerspruch zur alten Aufteilung. Die imperialistischen Länder kennen keinen anderen Weg, als mittels Unterdrückung, Erpressung Gewalt und Krieg wieder ein vorübergehendes, relatives Gleichgewicht zwischen Macht und Einflusssphären herzustellen.
Die Neuorganisation der kapitalistischen Produktion seit den 1990er Jahren hat das Problem der ungleichmäßigen Entwicklung sogar verschärft. Im Jahr 2009 fanden 17 größere kriegerische Auseinandersetzungen statt. 2008 hatten 137 Staaten Militär und Polizei in fremden Ländern stationiert. Es gibt es keinen anderen Weg, imperialistische Kriege und Kriegsgefahr grundsätzlich zu beseitigen, als den Imperialismus zu beseitigen.
Vereinigte sozialistische Staaten der Welt verfolgen dagegen ein grundsätzlich anderes Konzept der Entwicklung. Ausbeutung und Privateigentum an Produktionsmitteln ist beseitigt und damit auch die kapitalistische Konkurrenz um Rohstoff- und Absatzmärkte. Sie pflegen eine Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen und arbeiten gemeinsam an der planmäßigen Entwicklung aller Regionen der Welt.
Es gibt verschiedene Gründe für ein sozialistisches Land, zu den Waffen zu greifen. Ausbeutung und Unterdrückung anderer Länder gehören explizit nicht dazu. So lange es aber noch kapitalistische Länder gibt und Ausbeuter, die den Kapitalismus wiederherstellen wollen, muss ein sozialistisches Land sich und seine Verbündeten verteidigen – gegen äußere und innere Feinde. Erst wenn der Sozialismus sich weltweit durchgesetzt hat, verliert das Militär mit dem Übergang zu einer weltweiten kommunistischen Gesellschaft mehr und mehr an Bedeutung.
Von interessierter, antikommunistischer Seite wird verbreitet, dass auch sozialistische Länder Angriffs- und Eroberungskriege führen würden. Viele Menschen erinnern sich noch an den Überfall des Warschauer Pakts 1968 auf die Tschechoslowakei oder die Besetzung Afghanistans durch sowjetische Truppen von 1979 bis 1989. Beide Kriege sind allerdings gerade unübersehbares Symptom der vorherigen Zerstörung des Sozialismus. 1956 gelang es machthungrigen Bürokraten, die Führung in der Sowjetunion an sich zu reißen. Sie stellten den Kapitalismus und damit zwangsläufig auch seine Gesetzmäßigkeiten wieder her.

Jörg Weidemann

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