Antikommunistische Kampagne in Norwegen

aus Rote Fahne 31/2010

RoteFahne31_10.jpgDie Zeitung „Dagbladet“ hat in Norwegen die zweithöchste Verbreitung. Sie hat in den letzten Wochen eine massive antikommunistische Kampagne losgetreten. Im Verlauf von sechs Wochen erschienen 31 Artikel, die sich gegen die Kommunistische Liga „Tjen Folket“ richten und ihre Zusammenarbeit mit „SOS Rassismus“, einer antifaschistischen Massenorganisation mit 40.000 vor allem jugendlichen Mitgliedern. Führende Genossen von „Tjen Folket“ wurden vom „Dagbladet“ mit Papparazzi-Fotos präsentiert. Es gibt animierte Schaubilder im Internet, welcher Tjen Folket-Genosse welche Funktion in SOS Rassisme haben soll bzw. umgekehrt. Ebenso behandelt wird die Mitgliederentwicklung, Ortsgruppenentwicklung etc. Es werden interne Briefe als Faksimile dokumentiert etc. – alles ist sehr verschwörerisch aufgemacht.

Unter anderem befasst sich das antikommunistische Kampfblatt auch mit der Beziehung von „Tjen Folket“ zur MLPD. Unter der Überschrift „Deutsche Zusammenarbeitspartner werden wegen Extremismus überwacht“ wird, gestützt auf den Geheimdienst „Verfassungsschutz“, über die Bespitzelung der MLPD als Partei der „äußersten Linken“ in Deutschland berichtet.

Die MLPD schrieb daraufhin am 22. Juni einen Brief an „Tjen Folket“, aus dem wir Auszüge dokumentieren:

 

… Die MLPD erklärt sich solidarisch mit euch gegen die seit mehr als sechs Wochen andauernde antikommunistische Kampagne gegen die Kommunistische Liga (Tjen Folket) in „Dagbladet“. Wir begrüßen es sehr, dass ihr die Bespitzelung revolutionärer und antifaschistischer Organisationen entschieden zurückweist und die konstruktiven Beziehungen zwischen unseren Organisationen offensiv verteidigt.

Die Herrschenden in Norwegen versuchen offenbar, die internationale Zusammenarbeit revolutionärer Kräfte und den Sozialismus zu diskreditieren und eure erfolgreiche antirassistische und antifaschistische Massenarbeit in und gegenüber „SOS Rassismus“ zu schwächen. Für die Herrschenden – hier und in Norwegen – ist jede Massenorganisation, die nicht auf antikommunistischer Grundlage arbeitet, ein Dorn im Auge. Wahrscheinlich auch gerade deshalb, weil es „SOS Rassismus“ gelungen ist, 40.000 vor allem junge Mitglieder zu organisieren. Aus Deutschland kennen wir die Methode des Antikommunismus, zu versuchen, einen Keil zwischen die MLPD und überparteiliche Selbstorganisationen zu treiben, indem immer behauptet wird, die Selbstorganisationen seien kommunistisch unterwandert bzw. Tarnorganisationen der MLPD. Wir legen dagegen den größten Wert darauf, den überparteilichen Charakter von Selbstorganisationen zu verteidigen, fördern eine solidarische Zusammenarbeit und respektieren weltanschauliche Unterschiede …

Auch wir finden die Angriffe im „Dagbladet“ „absurd“, wie ihr schreibt. Es ist aber sicher kein Zufall, dass solche Angriffe jetzt gestartet werden. Die Herrschenden beobachten sehr wohl die Bestrebungen der revolutionären Kräfte, sich international fester zusammenzuschließen, den Klassenkampf zu koordinieren und zu revolutionieren. Und sie beobachten den internationalen Linkstrend, Kämpfe der Massen wie in Griechenland, Rumänien oder Frankreich gegen die Abwälzung der Krisenlasten. Sie befürchten, dass sich die Massen entscheiden könnten für eine revolutionäre Alternative, anstatt sich den Krisenprogrammen der Herrschenden unterzuordnen …

 

Herzliche und solidarische Grüße

Gabi Gärtner

Roland Meister, Internationalismussekretär des ZK

 

 

Das steht im „Dagbladet“ vom 17. 6. 10:

 

... Die MLPD und Tjen Folket haben regelmäßig Kontakt miteinander. Nach Information des Dagbladet nahmen Repräsentanten der deutschen Organisation am Sommer Camp von Tjen Folket voriges Jahr teil ...

 

Infiltriert

Der BfV (Verfassungsschutz, RF) benützt sowohl Infiltration und Überwachung als auch offene Informationsquellen in seinen Untersuchungen. Die schließen nicht aus, dass Mitglieder der norwegischen Tjen Folket während der Besuche in Deutschland ins Rampenlicht gekommen sind.

– Wir überwachen nur Organisationen, die in Deutschland aktiv sind, aber falls Mitglieder der Tjen Folket anwesend sind auf Veranstaltungen der MLPD, können wir nicht ausschließen, dass es passiert ist, sagt der Sprecher. Laut BfV ist die MLPD nicht mit gewalttätigen Aktivitäten registriert. Die Partei hat wie Tjen Folket geheime Versammlungen ...

– ,Wir haben ein konstruktives und gutes Verhältnis zur MLPD. Wir sind Gegner politischer Überwachung von Kommunisten‘, sagt der Sprecher von Tjen Folket, Henrik Ormåsen, dem Dagbladet ...

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