Sozialismus oder Kapitalismus – wer ist eigentlich der Gleichmacher?

aus Rote Fahne 06/2011

RoteFahne06_11.jpg„Gleichmacherei“ lautet einer der beliebtesten Vorwürfe des Antikommunismus gegenüber dem Sozialismus. Wie gut, dass der Kapitalismus keinerlei Gleichmacherei kennt:

  • Natürlich hat es nichts mit Gleichmacherei zu tun, wenn ein Betrieb geschlossen wird und sämtliche Arbeiter auf die Straße fliegen, egal ob faul oder fleißig, Familienvater, über 50 Jahre, Mann oder Frau …
  • Gleichmacherei spielt auch keinerlei Rolle, wenn in der Abschlussklasse an der Hauptschule von 30 Schülern nur zwei eine Lehrstelle haben …
  • Diese Reihe ließe sich beliebig fortsetzen: sei es die Umweltzerstörung, die ganz Bangladesh absaufen lässt, der Hunger der Millionen Menschen gleichermaßen trifft usw.

In Wirklichkeit ist der Kapitalismus der eigentliche Gleichmacher. Zumindest was Chancen- und Perspektivlosigkeit der Menschheit angeht.

Ganz groß in Sachen Individualität ist der Kapitalismus nur, wenn es um Eigentum geht. Da kann es dann schon sein, dass ein John Paulson als Hedgefonds-Manager 5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 als Gewinn einstreicht. Das ist 333 mal mehr, als James Gorman, Chef der Morgan Stanley Bank erhält. Er musste sich mit weniger als 15 Millionen Euro bescheiden. Das wiederum ist das 3.500-fache des Jahreseinkommen eines Arbeitslosengeld II-Empfänger (Hartz IV). Ein Hoch auf den Kapitalismus, der wirklich jedem gibt, was er verdient und braucht!

Karl Marx hat sich wiederholt gegen jede Gleichmacherei im Sozialismus gewandt. Die einzige Gleichheit, die der Sozialismus/Kommunismus schafft, ist die Abschaffung der Klassen. Jede Gleichheitsforderung darüber hinaus ist absurd. Gerade Marx wies darauf hin, dass es angesichts der Individualität der Menschen und ihrer Bedingungen eine abstrakte oder formale Gleichheit nicht geben kann. Wenn ein Familienvater den gleichen Lohn erhält wie eine ledige Kollegin, mag der Lohn auf dem Papier gleich sein, in der Realität ist er außerordentlich verschieden.

Der Sozialismus eröffnet allen Menschen (von ehemaligen Ausbeutern und solchen die es gerne wieder werden würden abgesehen) tatsächlich gleiche Chancen und Bedingungen, ihre Persönlichkeit voll in die gemeinsame Sache einzubringen. Und entsprechend der Leistung am gesellschaftlichen Reichtum teilzuhaben. Wer wirklich gegen „Gleichmacherei“ ist, der gehört entschieden ins Lager des Sozialismus.

Jörg Weidemann (Kandidat zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt)

Artikelaktionen

MLPD vor Ort
MLPD vor Ort Landesverband Nord Landesverband Nordrhein-Westfalen Landesverband Ost Landesverband Rheinland-Pfalz Hessen Saarland Landesverband Baden-Württemberg Landesverband Bayern
In Deutschland ist die MLPD in über 450 Städten vertreten.
Hier geht es zu den Kontaktadressen an den Orten.
Mehr...