Todeslager Osaritschi – So sah der Feldzug des Faschismus gegen den Sozialismus aus

Kein Land litt mehr unter der faschistischen Terrorherrschaft und brachte größere Opfer für den Sieg über Hitlerdeutschland als die sozialistische Sowjetunion. Je mehr die faschistische Bestie durch die Soldaten der Roten Armee in Bedrängnis geriet, desto unbarmherziger ging sie gegen die Zivilbevölkerung vor. Auf dem Territorium von Weißrussland errichteten sie über 260 Todeslager. Den längst nicht vollzähligen Angaben nach wurden allein in Weißrussland mindestens 1,4 Millionen Menschen von den Nazis vernichtet. Mit welchem Kalkül die faschistische Kriegsstrategie vorging, zeigt das Beispiel des Todeslagers von Osaritschi.
Am 23. 1. 2010 berichtete eine Überlebende gegenüber der „Esslinger Zeitung“: „In den Sümpfen hatte die Wehrmacht ein Areal mit Stacheldraht abgezäunt, auf das sie die Menschen trieb. ,Es gab ein Tor mit Stacheldraht, kleine Wachtürme, auf denen die Soldaten standen und Schäferhunde‘, erinnert sich Larisa Staschkewitsch. ,Aber sonst gab es nichts – keine sanitären Anlagen, keine Gebäude, die den Menschen Schutz vor Schnee, Sturm und Frost (nachts sank die Temperatur auf bis zu minus 15 Grad) boten. Es gab nur den Boden und um uns herum Stacheldraht.‘ Die Häftlinge bekamen weder zu essen noch zu trinken. Wer Feuer machte, wurde sofort erschossen. ,Unsere Mutter sagte uns, wir sollen uns viel bewegen‘, erzählt die 71-Jährige. ,Und um uns gegen die heftigen Frühjahrsstürme zu schützen, haben wir uns hinter die Leichen gelegt.‘“
Was die Häftlinge nicht wussten: Sie waren Opfer des Einsatzes einer biologischen Waffe: Die Wehrmachtsgruppe „Äskulap“ hatte unter der Leitung des deutschen General des medizinischen Dienstes, Blumenthal, die Aufgabe, die Soldaten der Sowjetarmee, die die Massenlager befreiten, über die Häftlinge mit Flecktyphus anzustecken. Darüber berichtete die Zeitung „Narodnaja Gaseta“ vom 14. 11. 2008:
„In das mit Stacheldraht umgebene Lager waren etwa 50.000 Menschen getrieben worden – friedliche Bewohner aus den Gebieten Smolensk, Orjol und Brjansk, die noch 1943 von den Faschisten als lebende Schutzschilde vor sich her getrieben worden waren, die Bewohner von Mosyr, Shlobin, doch die Mehrheit kam aus den Dörfern und Siedlungen der Umgebung von Osaritschi. Es waren Frauen, Greise und mehr als 16.000 Kinder … Hunger und fehlende medizinische Versorgung trugen in den besetzten Gebieten zur Ausbreitung von Epidemien bei. Eine der Infektionserkrankungen, die die meisten Todesopfer forderte, war der Flecktyphus. Die Typhuskranken brachten sie aus den umliegenden Krankenhäusern ins Lager. Deutsche Ärzte infizierten die gesunden Gefangenen durch Impfungen mit Typhus und die Menschen steckten sich anschließend durch den Kontakt mit den Kranken an.“
Die Zeitung zitiert die Überlebende, Antonina Jewmenowna: „Es war verboten, die Leichen zu beerdigen. Der Flecktyphus verbreitet sich über Luft- und Tröpfchenwege, aber seine Hauptüberträger sind Läuse. Die Krankheit verläuft unter hoher Temperatur, und der Mensch verbrennt buchstäblich nach einigen Tagen einfach. Der März 1944 war kalt, mit nassem Schnee und Nachtfrösten. Und in jeder Nacht“, so erinnert sich Antonina, „trug der Tod Hunderte Leben fort. Am Morgen wachten die Menschen unter Leichen derjenigen auf, mit denen sie noch gestern sprachen, das Brot aus Sägemehl geteilt hatten. Alle vier Tagen, gab es Brot, sie warfen es durch den Stacheldraht gerade in den Schmutz und auf die Köpfe der sich beim Tor versammelnden Menge, derjenigen, die noch gehen konnten …“
Zynisch lautet ein Bericht des zuständigen Armeeoberkommandos: „Für nutzlose Esser wird keine Verpflegung mehr verbraucht.“
Der mörderische Plan Blumenthals ging nur bedingt auf. Viele Soldaten des Voraustrupps der Roten Armee wurden von dem Fleckfiebertyphus angesteckt und starben. Die Epidemie erreichte aber nicht jene Ausmaße, mit denen die deutschen Strategen gerechnet hatten. „Es gelang, Hunderte Menschenleben zu retten, dank dessen, daß Penizillin verwendet wurde. Es war einer der ersten Fälle, in denen die sowjetische Medizin Antibiotika verwendete. Viele ehemalige Gefangene blieben für immer Invaliden mit amputierten Beinen und Händen und chronischen Erkrankungen …“ (ebenda)

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