Warner werden „mundtot“ gemacht – Udo Pollmer über die Hintergründe der EHEC-Infektionswelle

Udo Pollmer, deutscher Lebensmittelchemiker und Fachbuchautor zur Ernährung, ist durch seine kritischen Aussagen zu Ernährungsempfehlungen und Diäten bekannt geworden. Er ist als Experte zu diesen Themen häufig in Wissenschaftssendungen und Talkshows zu Gast. Pollmer ist studierter Lebensmittelchemiker und arbeitete seit dem Jahre 1981 als selbständiger Wissenschaftsjournalist und Unternehmensberater. Er war mehrere Jahre lang Lehrbeauftragter für Haushalts- und Ernährungswissenschaften an der Fachhochschule Fulda sowie der Universität Oldenburg. Seit 1995 ist er wissenschaftlicher Leiter des von ihm gegründeten Vereins Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e. V. (EU.L.E.) in München. Pollmer ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung und lebt in Gemmingen bei Heilbronn. Gegenüber der „Roten Fahne“ gab er ein Statement zu den Hintergründen der EHEC-Infektionswelle ab.
Das Versagen bei EHEC liegt auf zwei Ebenen: Das eine ist diese unerfreuliche Ernährungsaufklärung, die so tut, als wären frisch gekeimte Sprossen das Non-plus-Ultra, obwohl alle Ernährungsberater und -beraterinnen, die dieses Fach studiert haben, wissen, dass damit ein hohes hygienisches Risiko verbunden ist; dass von diesem hohen hygienischen Risiko vor allem Kleinkinder in den Kindergärten, Schüler in der Grundschule, alte Leute in den Altersheimen und Krankenhauspatienten betroffen sind. Und genau in diesen Einrichtungen propagieren sie das.
Das nächste ist, dass die unteren Gesundheitsbehörden in diesem Skandal versagt haben. Da stellt man fest, dass ein gastronomischer Betrieb in Lübeck eine Drehscheibe war, wofür der erst einmal nichts konnte, weil der diese Ware ganz normal auf dem Markt gekauft hatte. Das Verheerende war nun, dass man seitens der Gesund­heitsbehörden bei einem Keim, der von Mensch zu Mensch übertragen wird, nicht einmal fähig genug war, die Mitarbeiter auf EHEC zu untersuchen. Das muss man sich einmal klarmachen, dass die Behörde keine Proben gezogen hat, sondern dass hier der Wirt auf eigene Kosten seine Mit­arbeiter zur Untersuchung geschickt hat.
Zur Weiterverbreitung hat ebenso beigetragen, dass Krankenhäuser die ersten Patienten, die mit blutigen Stühlen ankamen, wieder nach Hause geschickt haben. Wenn jemand blutige Stühle hat, dann ist das eine akute Geschichte. Dann muss das sofort untersucht werden. Wenn man die nach Hause schickt, damit sie die Keime erst einmal weiter ordentlich verbreiten, dann ist das eigentlich ein Fall, wo der Staatsanwalt einschreiten muss. Als dann die ersten ankamen und sagten: „Das kommt von den Sprossen“, da sind die von den Medien erst einmal buchstäblich „hingerichtet“ worden.
Dann hat man den Menschen gegenüber genau die Maßnahmen nicht erfüllt, die man hätte erfüllen müssen. Man stelle sich vor, das wäre ein richtig gefährlicher Keim gewesen. Was hätten diese Elite in den Gesundheitsämtern und diese Eliten in den unteren Behörden hier für eine Katastrophe angerichtet! Es gibt da ein paar nette Tropenkrankheiten, die man sich auf diesem Wege reinziehen kann. Wir haben einen Welthandel. Wir haben einen globalen Tourismus. Da wird schon einmal das eine oder andere hin- und her­trans­portiert. Aber dafür muss ich einen Plan haben. Aber der einzige Plan besteht jetzt darin, die Leute mundtot zu machen, die auf die Risiken hingewiesen haben.

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