Junge Japanerin klagt stellvertretend für alle Jugendlichen an: „Wir werden diesem Staat nie verzeihen“

Zehntausende Jugendliche beteiligten sich an den großen Demonstrationen gegen den Atomtod und für die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke weltweit – und das in immer mehr Ländern!

Die Krisenmanager der Monopole, die Regierungen und die Massenmedien, versuchen, das Krisendesaster der Herrschenden mit immer neuen Desinformationen zu vertuschen und zu verharmlosen. Inzwischen muss die japanische Regierung den Super-GAU in der Größenordnung von Tschernobyl zugestehen. Es geht nicht um eine regionale zeitlich begrenzte Katastrophe. Vielmehr ist die Frage nach der Zukunft der gesamten Menschheit aufgeworfen! Welche Welt übergeben wir Älteren den Jungen? Und – wie will, kann und muss sich die Jugend eine lebenswerte Zukunft erkämpfen?

Viele Jugendliche packt eine unbändige Wut. So schrieb eine 16-jährige Schülerin aus Fukushima ein Gedicht auf ein Blatt Papier, das einer fand und ins Internet stellte:
„… ich bin eine Schülerin
aus Minami-Soma in Fukushima. …
Die Massenmedien,
die Experten,
die Bosse des AKW,
sie alle sind Feinde.
Sie alle sind Lügner.
Das Fernsehen berichtet immer weniger über das AKW,
immer dieselbe Szene des Tsunami,
herzlose Interviews durch die Medien,
Beileidsbekundung nur als Lippenbekenntnis,
der Politiker, der den AKW-GAU als „Naturkatastrophe“ bezeichnet.
… Wir werden vernachlässigt,
wir werden von dem Staat getötet.
Wir Katastrophenopfer
werden dem Staat, der uns vernachlässigt hat,
nie verzeihen,
wir werden ihn immer hassen.
Ich möchte demjenigen, der diesen Zettel liest, mitteilen:
… Unsere Schule, in der wir unsere Jugend verbringen, ist zur Leichenhalle geworden,
In der Turnhalle, in der wir Sport und Clubaktivitäten treiben, liegen nun die reglosen Toten.
… Wie kann ich die Wahrheit möglichst vielen mitteilen?
Wenn auch nur einer diesen Zettel liest,
wäre ich glücklich.
Ich habe mir überlegt und so einen Zettel geschrieben … “
Schon seit vielen Jahren war die drohende Klimakatastrophe für Jugendliche mit Abstand das wichtigste politische Thema. Die bürgerliche jährliche „Shell-Studie Jugend“ stellte 2010 fest: „95 Prozent aller Jugendlichen haben sich damit beschäftigt und 96 Prozent davon sehen sie als Problem an, 84 Prozent der Klimakritiker unter ihnen sehen den Klimawandel
als ,Existenzbedrohung für die Menschheit‘.“

Eine neue Generation der Anti-AKW-Bewegung
Vor allem haben sich seit Monaten viele aktiv beteiligt an Protesten und Kampfaktionen gegen Castor-Transporte. Die Bewegung gegen den Einsatz der Atomenergie umfasst alle Altersgruppen und Schichten. Neu hinzu kommt die Generation der heute 14- bis 18-Jährigen, die jetzt mit das Bild der Anti-AKW-Proteste prägen. Und viele junge Familien mit ihren Kindern gehen derzeit auf die Straße in Sorge um die Zukunft ihrer Kinder.

Sind „wir alle“ schuld?
Um dem drohenden Protest der Jugendlichen zu begegnen, setzten die Monopole bereits seit Jahren eine umfassende Meinungsmanipulation in Gang. Ihr Kern: Es wird mit allen Mitteln von den Ursachen abgelenkt, von den Profitinteressen, von der kapitalistischen Produktionsweise insgesamt. Ausgerechnet diejenigen, die ihre egoistischen Profit- und Machtinteressen rücksichtslos durchsetzen, entdecken ihr Herz für das kollektive Bewusstsein. Da sollen „wir alle“ schuld sein, weil wir nicht auf Kühlschränke, Autos usw. verzichten wollen … Sämtliche Umweltprogramme an Kindergärten und Schulen predigen ständig: „Wenn jeder jeden Tag etwas für die Umwelt tut, dann würde alles gut“.
Über die Energiepolitik entscheidet jedoch nicht der Bürger! Ein kleiner Kreis internationaler Konzerne bestimmt die Leitlinien des sogenannten „Energiemix“ in Deutschland. Dort ist festgelegt, dass rund ein Fünftel der Stromerzeugung aus Atomenergie und mehr als drei Fünftel aus fossiler Verbrennung (Kohle, Öl, Gas) stammen. Mit Dumpingpreisen und Steuernachteilen wurde das Aufkommen erneuerbarer Energien jahrzehntelang behindert. Bis vor einem Jahr waren die Atomkonzerne von Steuern befreit. Die ab Januar 2011 eingeführte Brennelementesteuer dürfen die Atomstrombetreiber auf die Kunden umlegen, was eine Strompreiserhöhung für einen vierköpfigen Haushalt von 60 Euro im Jahr ausmacht. Eine klare Mehrheit in der Bevölkerung hat sich lange vor Fukushima gegen jede Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ausgesprochen. Von wegen, wir alle seien schuld!
Während in den letzten Jahren Jugendliche und Kinder vor allem gegen Neonazis, für bessere Bildung, für die Übernahme und gegen Bundeswehreinsätze auf die Straße gingen, hat sich jetzt ein wachsender Teil den Demonstrationen für die Stilllegung aller Atomkraftwerke angeschlossen. Es reicht aber nicht, nur angesichts katastrophaler erschütternder Vorgänge aktiv zu werden, und dann, wenn die Wut fürs erste verraucht ist, wieder zum alltäglichen unorganisierten Leben zurückzukehren.

Aktiver Widerstand ja – aber nachhaltig
Um die aktive Widerstandsbewegung zur fördern, ist die Einheit von Jung und Alt entscheidend: Alle fortschrittlichen gesellschaftlichen Bewegungen sind herausgefordert, sich besonders an die Jugend zu wenden, mit ihr zusammenzuarbeiten, nicht nur die Umweltbewegung, auch die Arbeiterbewegung, die Frauenbewegung, die Montagsdemonstrationsbewegung, viele fortschrittliche kirchliche Verbände, Pfadfinder usw. sind aufgerufen, gemeinsam den organisierten Widerstand der Jugend zu unterstützen!
Die MLPD stellt ihrem Jugendverband REBELL die Aufgabe, die Rebellion der Jugend zu fördern. Dabei steht jetzt im Mittelpunkt, rebellische Widerstandsgruppen aufzubauen und durch sie Jugendliche und Kinder für die bewusste organisierte Rebellion für ihre Zukunft zu gewinnen.
Diese rebellischen Widerstandsgruppen wenden sich an die Masse der Jugend: mit Widerstandsaktionen, mit Bildungsarbeit, mit neuen kulturellen Mitteln. Natürlich arbeiten REBELL-Mitglieder in den örtlichen Widerstandsgruppen mit und helfen den neuen, organisiert zu arbeiten. Jede Widerstandsgruppe braucht ihre Leitung, aber Leitungen kann man nicht einfach backen. Sie müssen entwickelt werden und dazu bedarf es Betreuer durch die MLPD, die sie anleiten, aber nicht stellvertretend das übernehmen. Da müssen die gemeinsamen Aktionen richtig durchdacht und geplant werden. Wie soll das alles finanziert werden, wer führt die Kasse, wer kontrolliert? Manche werden das erste Mal in ihrem Leben auf der Straße und in der Nachbarschaft Spenden sammeln. Auch das kann man lernen. Der eine wird gleich Mitglied im REBELL, ein anderer will erst mal in der rebellischen Widerstandsgruppe den REBELL kennen lernen. Hintergrundwissen ist gefragt, um andere Jugendliche zu überzeugen. Dazu bieten kompetente Mitglieder von MLPD und aus dem REBELL Bildungsveranstaltungen an. Durch Teilnahme an Studienseminaren und Lesegruppen erweitert sich der Blick dafür, dass die Jugendlichen sich in eine weltweite große Aufgabe einreihen, in der es um die Zukunft der Menschheit überhaupt geht.
Ein nächster praktischer Höhepunkt ist die Vorbereitung der Aktionen zum 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April. Das 15. Internationale Pfingstjugendtreffen ist auch ein Forum für die Widerstandsfront gegen die atomare Katastrophe und zur Rettung der Umwelt vor der Profitgier.

Die Frage nach der Perspektive aufwerfen
In diesem Widerstand stellen Jugendliche immer wieder und bohrender die Frage nach der Ursache der Krisen und der Perspektive der Menschheit. Welche Alternativen hat die Menschheit im Kampf gegen immer neue Katastrophen wie in Japan, gegen die internationalen Monopole? Hier muss die Jugend sich mit ihren Ideen und ihrer unkonventionellen Art einbringen! Gerade die Perspektive der internationalen sozialistischen Revolution, für die die MLPD, ihr Jugendverband REBELL und die ICOR stehen, kann und soll die Jugend mitreißen; sie will nicht in der kapitalistischen Barbarei untergehen!

Artikelaktionen

MLPD vor Ort
MLPD vor Ort Landesverband Nord Landesverband Nordrhein-Westfalen Landesverband Ost Landesverband Rheinland-Pfalz Hessen Saarland Landesverband Baden-Württemberg Landesverband Bayern
In Deutschland ist die MLPD in über 450 Städten vertreten.
Hier geht es zu den Kontaktadressen an den Orten.
Mehr...