Weltfrauenkonferenz in Venezuela – Begeisternder Impuls für die internationale Frauenbewegung

Im Zusammenschluss der revolutionären Organisationen in der ICOR, in den konzernweiten Kämpfen der Industriearbeiter, im Protest gegen die länderübergreifenden Krisenprogramme oder im Widerstand gegen die globale Umweltkatastrophe – überall bekommt die verstärkte internationale Zusammenarbeit, Koordinierung und Kooperation der verschiedenen Organisationen und Bewegungen zentralen Stellenwert.

Das kennzeichnete auch den diesjährigen hundertsten internationalen Kampftag für die Befreiung der Frau. Die Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen, die jetzt erfolgreich in Venezuela stattgefunden hat, verleiht zweifellos der internationalen Frauenbewegung einen großen Impuls. Ihre Bedeutung geht aber noch weit darüber hinaus.

Nachdem die UNO ihre Weltfrauenkonferenzen nach dem letzten Austragungsort in Peking 1995 zu Grabe getragen hatte, wurde nun in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, eine ganz neue Art von Weltfrauenkonferenzen geboren, die von vornherein den Basisfrauen verpflichtet sind. Dieses Projekt wurde von zahlreichen kämpferischen Frauen, einer großen Breite an Organisationen sowie Vertreterinnen unterschiedlichster frauenpolitischer Bewegungen und Strömungen auf der Welt zu ihrer Sache gemacht. Es wurde auch von der ICOR („Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen“) bewusst gefördert.

Fünf Tage lang, vom 4. bis 8. März, tauschten sich dort 120 Delegierte aus, die in einem neuartigen Prozess der weltweiten gleichberechtigten und überparteilichen Zusammenarbeit auf nationalen und kontinentalen Frauenversammlungen gewählt worden waren. Sie fassten verbindliche Beschlüsse zur weiteren Zusammenarbeit und Stärkung der Frauenbewegung in allen Ländern. Parallel dazu fand ein Massenprogramm mit 12 Foren und Workshops statt, in denen die Frauen ihre Erfahrungen einbrachten. Sie behandelten unter anderem die Themen „Junge Frauen“, „Frauen und Sexualität“, „Frauen in der Politik“, Frau und Sozialismus“, „Feminismus und Frauenbewegung“, „Imperialistische Kriege und Besatzung und der Kampf der Frauen“ und „Arbeitende Frauen“, aber auch die besonderen Anliegen der weiblichen Ureinwohner und Migranten. Insgesamt rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich an der Weltfrauenkonferenz. Sie hat für alle Beteiligten spürbar gemacht: So wie die Frauen jetzt in Venezuela – auch beim gemeinsamen Feiern und internationalistischer Kultur – zusammengewachsen sind, so kann und muss auch die weltweite Frauenbewegung zusammenwachsen.

Frauen der Basis

Frauen aus Argentinien berichteten im Workshop „Junge Frauen“, dass es in ihrem Land jährliche Frauentreffen gibt mit zuletzt 40.000 Teilnehmerinnen. Sie kämpfen um die Teilnahme jeder Frau, auch derjenigen, die noch nicht politisiert sind. Die Delegiertenfrauen und Teilnehmerinnen aus anderen Ländern vertraten zum Teil ebenfalls Frauenorganisationen mit Masseneinfluss, wie z. B. die Frauenorganisation Gabriela auf den Philippinen, die unter ihrem Dach 200 Organisationen und 100.000 Mitgliedsfrauen vereinigt. Viele waren selbst Landfrauen, Studentinnen, Krankenschwestern, Lehrerinnen, Hausfrauen oder Industriearbeiterinnen. Verbunden waren sie mit den Kämpfen in ihren Ländern wie dem Volksaufstand in Ägypten, dem Widerstand gegen die verschiedenen Formen des Sexismus in Lateinamerika, der Bewegung gegen die Folgen der Aids-Seuche in Südafrika, dem Kampf gegen verschärfte Ausbeutung und Niedriglöhne in Deutschland oder dem Protest gegen imperialistische Kriege.

Überparteilich und selbst organisiert

Ein breites Spektrum politischer und weltanschaulicher Strömungen war auf der Weltfrauenkonferenz vertreten, das wichtige Teile der internationalen Frauenbewegung repräsentierte. Die Offenheit für die Auseinandersetzung mit der revolutionären Perspektive des Sozialismus war eine Grundlage der Konferenz.
Auch unter den komplizierten Bedingungen einer länderübergreifenden Zusammenarbeit – wie der oft vorhandenen großen Armut, den sehr unterschiedlichen Strukturen usw. – wurde die gesamte Konferenz selbst organisiert vorbereitet, finanziert und durchgeführt, ganz ohne die Schirmherrschaft und Finanzkraft der UNO oder ähnlicher Organisationen, gestützt auf klare Beschlüsse und gemeinsame Prinzipien. Von der Eröffnungsfeier im Circo Nuevo über die Generalversammlung, die Foren und Workshops bis zu den internationalen Kulturabenden, der Übersetzung, dem Sportprogramm, der Verpflegung … – mit viel Initiative und Erfahrung wurde alles von den Aktivistinnen und Helfern auf die Beine gestellt.

Stärker als der Gegenwind

Dagegen richteten sich auch zahlreiche politische Behinderungen. In mehreren Ländern wurden den Teilnehmerinnen Visa und damit die Ausreise verweigert. Die venezolanischen Grenzbehörden ließen 200 Frauen aus dem Nachbarland Kolumbien nicht einreisen. Es wurde sofort ein Protestbrief an Präsident Hugo Chavez geschrieben mit der Aufforderung, sie einreisen zu lassen, was aber bis zum Schluss nicht erfüllt wurde. All das bestärkte die Teilnehmerinnen der Weltfrauenkonferenz nur in ihrer Entschlossenheit, die Konferenz zum Erfolg zu führen.

Den Geist der Weltfrauenkonferenz weiter tragen

Umso wichtiger ist es jetzt, diese Beschlüsse und Festlegungen (mit deren Vorstellung wir in dieser Ausgabe der „Roten Fahne“ beginnen) in den verschiedenen Ländern zu verankern, zu verbreiten und schöpferisch umzusetzen. In Deutschland wird auch die MLPD dafür aktive Verantwortung übernehmen.

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