Ist die Erde noch zu retten? Ursachen und Auswege aus der drohenden Umweltkatastrophe

Einleitungsbeitrag für die Wählerinitiative Hamburg zur Umweltpolitik der MLPD am 23.11.08, Jürgen Bader, Hamburg

Erneuerbare Energien KreislaufwirtschaftSpätestens der Sturm „Kyrill“ im Januar 2007 hat viele Menschen aufgerüttelt. Die durch fossile Treibhausemissionen verursachte globale Erwärmung kann keineswegs einfach als „Klimawechsel“ verharmlost werden. Sie bedeutet vielmehr einen bereits begonnen Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe, die die Lebensgrundlage der Menschheit grundlegend in Frage stellt. Die Situation ist ernst. Die im Buch des Autorenkollektiv vom Verlag Neuer Weg vorgelegte Untersuchung der Entwicklung des Klimas und der Menschen in Wechselbeziehung mit der Natur verdeutlicht zugleich, dass es keinen Grund für Weltuntergangsstimmung gibt. Der Mensch ist nicht Störenfried, sondern Bereicherung der Natur, wie seine Jahrtausend währende Geschichte zeigt. Er ist als ein soziales Wesen in der Lage, die Ursachen der drohenden Katastrophe in der Profitgier der internationalen Konzerne zu erkennen, sie durch aktiven Widerstand zu verhindern und die künftige Gesellschaftsordnung so zu organisieren, dass eine höhere Stufe der Einheit von Mensch und Natur wieder möglich wird.

Kreislaufwirtschaft und die materielle Vorbereitung des Sozialismus

Mit der weltweiten Industrialisierung der Produktion und Landwirtschaft haben sich die Produktivkräfte entwickelt, die heute allen Menschen eine Befriedigung ihrer Bedürfnisse erlauben könnten, wenn sie sich nicht in kapitalistischer Verfügungsgewalt befänden. Gleichzeitig greift die kapitalistische Produktion umfassend in die natürlichen Stoffkreisläufe ein. Mit der Neuorganisation der internationalen Produktion seit Beginn der 1990er Jahre wird der Raubbau und die Verschwendung von Rohstoffen und Energie weltweit so auf die Spitze getrieben, dass alle wesentlichen Stoffkreisläufe der Natur heute aus dem Tritt geraten und der Umschlag in eine neue globale Umweltkatastrophe begonnen hat. In wesentlichen Bereichen der menschlichen Produktion haben sich zugleich revolutionäre Erkenntnisse und Techniken entwickelt, die die Einführung einer umfassenden Kreislaufwirtschaft ermöglichen würden, wenn sich nicht die grenzenlose Profitgier vor allem der internationalen Monopole dem entgegen stellen würde. Die Durchsetzung einer Wende zur Kreislaufwirtschaft öffnet dabei auch den Blick für die umfassenden Möglichkeiten einer von Profitzwang und Ausbeutung befreiten Gesellschaft.

Aktiver Widerstand gegen den Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe

Überall auf der Erde entstehen kämpferische Umweltbewegungen; in vielen Entwicklungsländern sind sie Bestandteil der Kämpfe um nationale und soziale Befreiung.

Internationale Beispiele dafür sind der Wasserkrieg in Bolivien 2003 wo durch mit dem Eingreifen der Bergleute, „mit viel Disziplin und ein bischen Dynamit“, der Kampf im Interesse der Bevölkerung entschieden wurde und der US-Konzern „Bechtel“ fluchtartig das Land verließ. Ein anderes Beispiel ist der Kampf der Menschen in der Region um Neapel Ende 2007, wo die Regierung wieder illegale und andere Giftmülldeponien wieder eröffnen wollte, obwohl die gesundheitlichen Folgen bereits jetzt drastische Wirkungen wie deutlich erhöhte Krebsraten ua. zeigen. Mit Stadtteilkomitees und im Bündnis mit der deutschen „Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft“ hat sich ein aktiver Widerstand gegen den staatlich geförderten Mülltourimus entwickelt. Am 11. Mai. 08 berichtete ein Umweltaktivist aus Neapel gegenüber der Roten Fahne: „Sobald bekannt wird, dass die Verwaltung eine neue Mülldeponie aufmachen will, entstehen Stadtteilkomitees, an denen sich Einwohner aus allen gesellschaftlichen Kräften beteiligen.Sie organisieren Blockaden um das vorgesehene Gelände, Demonstrationen und Kundgebungen. Die größte Demonstration hatte über 10.000 Teilnehmer. Die Stadtteilkomitees treffen sich wöchentlich, daran nehmen durchschnittlich 40 Aktivisten regelmäßig teil. Sie organisieren die Mobilisierung, entwickeln Argumentationslinien und tauschen sich mit den anderen ca. 20 bestehenden Komitees in anderen Stadtteilen aus. Sie sind der Motor für einen breiten Widerstand gegen die verbrecherische Umweltpolitik und das Versagen der gewählten Politiker.“

Das jüngste Beispiel sind die Proteste gegen die Castor-Transporte nach Gorleben, wo sich am 8.11. vielfach auch Jüngere mit insgesamt 12.000 Teilnehmern an den Protesten beteiligten. Besonders muss man die Kollegen der IG Metall in Salzgitter erwähne, die seit Jahren als Gewerkschafter aktiv gegen die Einlagerung von Atommüll in Asse und Schacht Conrad demonstrieren. Aber auch gegen das Kohlekraftwerk Moorburg hat sich in Hamburg bzw. gegen die anderen geplanten Kohlekraftwerke z.B. die Protestbewegung belebt. Allein in Brunsbüttel haben am Samstag den 22.11., 150 Teilnehmer gegen das geplante Kohlekraftwerk demonstriert und 11 Klimaschutzprogramme erworben.

Das Klimaschutzprogramm der MLPD

ist eine hervorragende Argumentationshilfe. Ich nenne nur mal die Überschriften der einzelnen Kapitel:

1.      Sofortmaßnahmen sind notwendig

Die Klimakatastrophe bedroht die Menschheit!

Hauptverursacher und Profiteure der Klimakatastrophe: die internationalen Übermonopole

Die „Klimaschutzpolitik“ der Bundesregierung ist Öko-Betrug!

Lehren aus dem Verrat der Grünen

Kampf für die Durchsetzung der regenerativen Stromerzeugung – sofortige Stilllegung aller AKWs!

Verbot der Müllverbrennung – für eine Wende zur Kreislaufwirtschaft

Weltweit für Umweltschutz und Arbeitsplätze kämpfen – Arbeiter- und Umweltbewegung vereint

Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz – eine untrennbare Einheit

Vorschlag für ein Sofortprogramm

Sozialismus – Leben in schöpferischer Einheit von Mensch und Natur

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