Aufzeichnung des Live Chat mit Stefan Engel am 19.9.2009

Hier können Sie den Live Chat mit Stefan Engel am 19.9.2009 nochmal nachlesen.

Stefan Engel am 19.09.2009 19:28

Stefan Engel, Parteivorsitzender der MLPD steht heute eine Stunde lang für Fragen, Meinungsaustausch, Hinweise und Kritiken zur Verfügung.

 

Kris am 19.09.2009 19:29

Kris :Lieber Stefan, vielen Dank dass Du dich den Fragen hier stellst. Eine oft vorgebrachte Kritik gegenüber der MLPD ist, dass eine Art Personenkult um Deine Person und Willi Dickhut betrieben wird. Das wird u.a. daran festgemacht, dass du schon seit 28 Jahren Parteivorsitzender bist, Interviews über die aktuelle Lage gibst, die dann von der Partei studiert werden und auch die theoretischen Veröffentlichungen herausgibst. Auch im Gespräch mit MLPDlern wirst Du von einigen GenossInnen als "Übervater" dargestellt. Eine weitere Kritik ist, dass Willi Dickhut glorifiziert wird und in eine Reihe mit den Klassikern des ML gestellt wird. Ich persönlich teile die Kritik nicht unbedingt, würde aber gerne wissen was Deine Meinung dazu ist. Vielen Dank im vorraus für die Antwort.

Stefan Engel am 19.09.2009 20:36

zu Kris: Lieber Kris. Leider ist meine erste Antwort verschollen, deshalb ein zweiter Versuch. Der Vorwurf des Personenkults stammt aus dem Waffenlager des deutschen Geheimdienstes Verfassugnsschutz. Ich kann dir versichern, es gibt in der MLPD keinen Personenkult, wohl aber die Würdigung der Arbeit unserer Mitglieder und Leitungen. In der MLPD sind alle Mitglieder gleichberechtigt und haben auch gleiche Pflichten. Der Vorwurf des Verfassungsschutzes fusst auf zwei Tatsachen: 1. ich veröffentliche Rote-Fahne-Interviews in regelmäßigen Abständen. Dazu will ich sagen, dass ich als öffentlicher Sprecher des Zentralkomitees nichts anderes tue als meiner Verpflichtung nachzukommen, der Öffentlichekit die vom Zentralkomitee demokratisch zustande gekommenen Beurteilungen und Einschätzungen darzulegen. Keinem öffentlichen Sprecher einer Partei kann aufgrund einer solchen Tatsache Personenkult nachgesagt werden. 2. Ich bin seit 30 Jahren Vorsitzender der MLPD bzw. ihrer Vorläuferorganisation KABD. Diese Wahl auf inzwischen neun Parteitagen und zentralen Delegiertentagen und den jeweils folgenden ZK-Sitzungen erfolgte jeweils nach demokratischer Aussprache und geheimer Wahl. Ich möchte eine der bürgerlichen Parteien sehen, die sich soviel Mühe macht, ihre Leitungen in einer so umfassenden demokratischen Beratung zusammenzustellen. Soll der Personenkult darin bestehen, dass mich die MLPD seit 30 Jahren für geeignet hält, diese Funkton auszufüllen? Das ist lächerlich! Sowohl Willi Dickhut als auch ich haben auch eine öffentlich-rechtliche Aufgabe, wenn wir als verantwortliche Redaktionsleiter des theoretischen Organs Revolutionärer Weg namentlich zeichnen. Das ist meines Wissens eine übliche Praxis in der ganzen Welt, und wird in mindestens 100 Millionen öffentlich erschienenen Texten der Literatur in der Welt so gehandhabt. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, worin dabei der Personenkult besteht. Der Vorwurf des Personenkults kann nur entkräftet werden, indem man sowohl unserer Partei als auch unsere verantwortlichen Leitungsmitglieder persönlich kennen lernt und sich ein eigenes Bild macht. Ich nehme an, dass gerade das durch diesen Vorwurf verhindert werden soll.

knuddfel am 19.09.2009 19:31

knuddfel :Hallo Steffan Zunächst möchte ich hier mitteilen, dass ich den Kampf um den echten Sozialismus wichtiger denn je finde und aus meinen Erfahrungen mit der MLPD um ihre hierfür wichtige/gute Arbeit weiß. Dennoch gibt es einige Fragen, die Du vielleicht mit mir klären kannst. Vor einigen Jahren bin ich auf Grund famillierer „Umstrukturierungen“ und aus ideologischem Verständnis/Fragen aus der MLPD ausgetreten / „wohl eher wortlos die Biege gemacht“!!! Die erste Frage, die ich gerne mit Dir klären würde, ist die Sache mit Stalin/Mao. – Die Schriften der beiden sind ein Bestandteil der MLPD während man in der bürgerlichen Presse nur über Kulturrevolution, Schauprozesse und sonstigen Entartungen lesen kann. Deswegen ist es auch für jemanden, der nur aus dem Geschichtsunterricht davon weiß, so schwer, die damalige Lage objektiv einschätzen zu können. Wie also kann man auf Grund der Geschichtsschreibung und Meinungsbildung der derzeit herrschenden Klasse eine wahrheitsgemäße Antwort finden und wie würde die MLPD eine solche Wiederholung im Aufbau des echten Sozialismus verhindern? Meine zweite Frage bezieht sich auf das Buch „der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung“ (mit dem sich meine erste Frage sicher beantworten ließe, wenn ich es verstehen würde:) Während meiner Mitgliedschaft habe ich an einem Seminar zur dialektischen Denkweise teilgenommen, dieses jedoch vorzeitig abgebrochen da ich mit dem Stoff absolut überfordert war. Nun halte ich mich eigentlich für durchschnittlich intelligent sodass ich sicher kein Einzelfall mit diesem Problem bin. Da dieses Buch ja auch eine art Anleitung zur Politik der MLPD ist und diese eine Arbeiterpartei, frage ich Dich, warum es so schwer zu begreifen ist? Ich weiß, dass die Mitglieder der MLPD ihren kompletten Einsatz zeigen im Kampf um den Aufbau des echten Sozialismus aber beherrschen sie auch die dialektische Denkweise? Das müssten sie ja um selbst den Kurs der Partei zu bestimmen und nicht ,wie bei den bürgerlichen Parteien, den Kurs vorgegeben zu bekommen. Für Deine Antworten danke ich Dir und wünsche der MLPD viele Stimmen zur Bundestagswahl.

Stefan Engel am 19.09.2009 19:42

Zu Kuddfel: Die bürgerlichen Veröffentlichungen über Stalin und Mao Tsetung entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Natürlich gibt es keine fehlerlosen Menschen und auch keine fehlerlosen Führer der Arbeiterbewegung. Die MLPD hat seit jeher streng unterschieden zwischen ideologisch-politischen Problemen, die unter der Führung von Stalin bzw. Mao Tsetung aufgetreten sind und einer persönlichen Verantwortung von Verbrechen, die in der sozialistischen Gesellschaft von kleinbürgerlichen Bürokraten und Funktionären begangen wurden. Die MLPD verteidigt die großen Errungenschaften von Stalin und Mao Tsetung und hat auch aus vielen Problemen und Fehlern positive Schlussfolgerungen gezogen. Über persönliche Verantwortung für kriminelle oder verbrecherische Taten von Stalin und Mao Tsetung hat es bisher noch keinerlei Beweis in den vielfältigen Veröffentlichungen gegeben. Bis heute warten wir auf den persönlichen Nachlass von Stalin, der der Menschheit verborgen geblieben ist. Warum wohl? Die MLPD hat eine Geschichtskommission, die sich mit allen in der Sowjetunion und der Volksrepublik China Mao Tsetungs gemachten Erfahrungen und Entwicklungen befasst und auch zu heute noch nicht beantwortbaren Fragen beitragen wird. Zur Frage der Denkweise: das Problem der Denkweise hat zwei Seiten: das eine ist der richtige Klassenstandpunkt, von dem man aus sein Denken, Fühlen und Handeln ausrichten muss, das andere ist die wissenschaftliche Fähigkeit, an die Wirklichkeit mit Hilfe der dialektisch-materialistischen Methode heran zu gehen. Beide Seiten bilden eine dialektische Einheit. In den letzten 15 Jahren, seit der Erkenntnis über die Lehre der Denkweise, hat die MLPD viele Errungenschaften vorzuweisen, wie auch die einfachsten Menschen sich die dialektische Methode aneignen können. Ich glaube nicht, das ein einigermaßen gebildeter Mensch, diese dialektische Methode nicht verstehen kann, wenn er sie wirklich erlernen will.

 

Kim - am 19.09.2009 19:37

warum solll mann geradw die mlpd wählen ? was ist ihr ziel ?

 

Stefan Engel am 19.09.2009 19:41

zu Kim: Wer die MLPD wählt, muss sich vorher die Illusion abschminken, dass man unter den Bedingungen der heutigen Wahlbehinderungen so einfach in das Parlament kommt. Er muss sich zweitens die Illusion abschminken, dass er mit seiner Stimme irgend etwas an den gesellschaftlichen Verhältnissen ändern kann. Eine Stimme für die MLPD ist heute in erster Linie eine bewusste öffentliche Unterstützung unserer Parteiarbeit und unserer programmatischen Ziele und erfordert ein hohes Bewusstsein. Wer die MLPD wählt, erhöht das öffentliche Gewicht der MLPD und leistet einen Beitrag zur Überwindung der Strategie und Taktik der politischen Isolierung der MLPD durch die Herrschenden, die seit unseres Bestehens gegen uns angewendet wird. Die Wahlen sind insofern ein relativer Gradmesser über die Entwicklung des Bewusstseins der Wähler über die Notwendigkeit einer revolutionären Veränderung der Gesellschaft. Deshalb kämpfen wir auch bei den Wahlen um jede Stimme, weil die Entwicklung dieses revolutionären Bewusstseins von größter Bedeutung ist.

 

Bekunin - am 19.09.2009 19:42

Hallo Genosse, wäre es nicht sinnvoller die linken in der BRD zu vereinen um gemeinsam gegen den Gegener vorzugehen

 

Stefan Engel am 19.09.2009 19:45

zu Bekunin: Die MLPD ist gerne bereit mit jeder politischen Kraft auf antifaschistischer Grundlage und auf Grundlage des gemeinsamen Kampfs zusammen zu arbeiten, um fortschrittliche politische Ziele und Forderungen durchzusetzen. Zu diesem Ziel haben wir 2005 der Linkspartei sogar ein Wahlbündnis angeboten und auf kommunaler Ebene bereits gemeinsame Fraktionen gebildet. Bei diesen Wahlen haben wir ein Wahlkampfabkommen vorgeschlagen zum Schutz vor faschistischen Übergriffen und zum gegenseitigen Respekt im Wahlkampf. Es liegt nicht an uns, dass diese ernst gemeinten Vorschläge von der Linkspartei bisher entweder ignoriert oder sogar abgelehnt werden. Der Grund liegt in der Neigung der Linkspartei mit den bürgerlichen Parteien SPD und Grünen zu koalieren, wozu eine allzu große Nähe zur revolutionären MLPD nur hinderlich wäre.

 

marf am 19.09.2009 19:43

Hallo!
Warum schließen sich nicht alle KOMMUNISTISCHEN Parteien in Deutschland zusammen???Das ergebe mehr MITBESTIMMUNG IM BUNDESTAG........

 

Stefan Engel am 19.09.2009 19:53

Zu marf/es/marf/23: Die MLPD ist seit ihrer Gründung für die Einheit der Kommunisten beim Wiederaufbau der marxistisch-leninistischen Arbeiterpartei eingetreten. Die meisten noch in den 70er Jahren existierten kommunistischen Gruppen sind heute verschwunden bzw. in der MLPD integriert. Außer der MLPD existiert noch die DKP, zu der es aber sehr weitgehende ideologisch-politische Meinungsverschiedenheiten gibt, die nicht in einer Partei zu vereinbaren wären. Immerhin vertritt die DKP, dass unter Honecker der Sozialismus in der DDR herrschte, während die MLPD kritisiert, dass seit 1956 in Folge des XX. Parteitags der KPDSU in der Sowjetunion die DDR die Farbe gewechselt hat und zu einem bürokratischen Kapitalismus neuen Typs entartet ist. Die MLPD hat sich nicht umsonst in Abgrenzung zu diesem historischen Mißverständnis MLPD genannt und nicht "kommunistische" Partei genannt, um nicht mit dieser Entartung der ehemals sozialistischer Länder in Verbindung gebracht zu werden.

 

FraiderRaider - am 19.09.2009 19:44

Frage: bin noch unentschlossen wen ich wähle - was wollen Sie für die Bildung tun ?

 

Stefan Engel am 19.09.2009 19:47

Zu Fraider Raider: 1. Treten wir für vollständige Lernmittelfreiheit ein 2. muss die Bildung der Menschen weniger auf auswendig lernen und Unterordnung unter die herrschende Ideologie und Wissenschaft ausgerichtet sein, sondern auf die Fähigkeit, selbstständig zu denken. Dazu ist eine verstärkte Kritik an der bürgerlichen Wissenschaft und des bürgerlichen Ausbildungsbetrieb notwendig. Wir unterstützen daher, seit geraumer Zeit, Initiativen in dieser Richtung auf Konferenzen, offenen Universitäten usw. und wollen das in Zukunft auch verstärken.

 

norbertweber - am 19.09.2009 19:47

Der Marxismus ist weltweit gescheitert, warum hängen Sie ihm immer noch an?

 

Stefan Engel am 19.09.2009 19:49

zu norbertweber: Diese Behauptung ist reines Wunschdenken. Der Marxismus-Leninismus hat gerade mit dem Ausbruch der größten Weltwirtschafts- und Finanzkrise seit dem Bestehen des Kapitalismus bewiesen, dass er als einziger in der Lage war, die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus realistisch vorauszusehen und die Menschen darauf einzustellen. Frage: warum haben sämtliche bürgerlichen Wissenschaftler und bürgerliche Parteien noch kurz vor dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise von einem lang anhaltenden Aufschwung gefaselt, während die MLPD bereits im Frühjahr 2003 in ihrem Buch: "Götterdämmerung über der neuen Weltordnung" diese Krise vorausgesagt hat?

 

Kris am 19.09.2009 19:51

Hast du auf meinen ersten beitrag schon geantwortet?


Eine weitere Frage:

Ich finde den Wahlkampf der MLPD für so eine kleine Partei ziemlich beeindruckend. Alle Wahlhelfer können Stolz auf sich sein. Es ist schwierig den Medienboykott der bürgerlichen Medien zu durchbrechen, aber ab und an wird doch mal kurz über die MLPD berichtet. Ich hätte noch zwei Fragen: 1. Wird es noch eine Sendung im Fernsehen über die kleinen Parteien geben, wo auch Vertreter der MLPD zu Wort kommen? 2. Ich fände es sinnvoll, wenn man wenigstens in linken Medien wie der "jungen Welt" oder dem "Neuen Deutschland" Anzeigen schalten würde. Ist das geplant oder zu teuer?

 

Stefan Engel am 19.09.2009 20:02

Zu Kris: Soviel ich weiß, wird die ARD am 24.September spät in der nach noch eine Sendung über die kleinen Parteien bei der Wahl bringen. Eine besondere Initiative zur Veröffentlichung unserer Personen kann ich allerdings auch nicht ausmachen.

 

Marcuse - am 19.09.2009 19:53

wie lautet das Wahlziel der MLPD?

 

Stefan Engel am 19.09.2009 19:54

Markuse: Das hauptsächliche Wahlziel der MLPD besteht darin, einen Beitrag zu leisten gegen die Politik der politischen Isolierung der MLPD, zur Stärkung der MLPD und zur Verbreitung ihrer politischen und weltanschaulichen Ziele und Forderungen.

 

Stefan am 19.09.2009 19:55

Was ist Ihrer Meinung nach der grundlegende Unterschied zur DKP und warum würde mich ein Parteieintritt in Ihre Partei "weiter bringen" als wenn ich in die DKP eintreten würde? Nach intensiver Internetrecherche bin ich zu der Meinung gekommen das die MLPD und die DKP "nicht gut miteinander können". Ein gutes Beispiel dafür ist der Wahlaufruf der DKP die Partei "Die Linke" zu wählen...

 

Stefan am 19.09.2009 19:55

Hallo Stefan Engel,


was ist hier los? eine Stunde ist nicht viel: kurze "knackige" Antworten, ggf. mit dem Hinweis auf das Diskussionsforum, sind denke ich die richtige Methode eines Live-Chats?


grundsätzliche Diskussionen kann und muss man anders führen!

Solidarische Grüße

 

BandierraRossa am 19.09.2009 19:58

Einige Kollegen von mir aus der Ukraine berichteten mir das in der Zeit in der Stalin die KPdSU führte es gegenüber ihren Familienmitgliedern zu Verbrechen gekommen ist, das andere Meinungen nicht geduldet worden sind. Wie wird im echten Sozialismus die Meinungsfreiheit umgesetzt.

 

Stefan Engel am 19.09.2009 20:05

zu Bandierra Rossa: Der Sozialismus ist die größte Freiheit und demokratische Entfaltung der Massen, ihrer Meinungen, Vorschläge und Aktivitäten. Das ist das Wesen der Diktatur des Proletariats, die allerdings zugleich auch die Aufgabe hat, die alten Ausbeuter nicht mehr hochkommen zu lassen und die kaptialistische Ausbeuterherrschaft wieder herzustellen. Beide Seiten dieser Aufgabenstellung stehen in enger Wechselwirkung zueinander und bilden eine große Herausforderung für alle verantwortlichen Funktionäre und Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft. Es ist die Aufgabe der Entwicklung des notwendigen sozialistischen Bewusstseins der Massen, die sozialistische Gesellschaft zu befähigen diese Aufgabe zu meistern. Zugleich brauchen wir natürlich auch Machtmittel in der sozialistischen Gesellschaft, um einen Missbrauch von Machtbefugnissen in der sozialistischen Gesellschaft durch die Massen zu kontrollieren. Es gibt für uns keinen Zweifel daran, dass es in der Sowjetunion Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Machtmissbrauch und Karrierismus in der Partei-, Staats- und Wirtschaftsbürokratie gegeben hat. Diese Probleme widerspiegeln das Weiterbestehen einer bürgerlichen und kleinbürgerlichen Denkweise aus der alten Gesellschaft, was nur durch einen langwierigen Kampf um die Denkweise gelöst werden kann. Die MLPD hat mit der Lehre von der Denkweise die entscheidende Schlussfolgerung aus der negativen Entwicklung der ehemaligen sozialistischen Länder und kommunistischen Parteien gezogen und mit ihrem Parteiaufbau bereits vielfach bewiesen, dass das System der Selbstkontrolle der Partei funktioniert.

 

Muhammet am 19.09.2009 20:01

Hallo, würde die Wahl der Linkspartei einen gewissen Linkstrend nicht bestärken und deer Wahl der MLPD in Nichts verschmelzen. Könnte es im Bewusstsein der Leute zur Haltung der Anti-Kommun. Bewegeung auch vielleicht in Zukunft der MLPD verhelfen mehr weiterzukommen.

 

Stefan Engel am 19.09.2009 20:15

Zu Muhammet: Wir sind der Auffassung, dass der Linkstrend zwei Seiten hat. Die eine ist eine reformistische linke Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, die allerdings in ihrer Konsequenz im Rahmen des Kapitalismus stehen bleibt. Die andere ist eine fundamentale Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft, mit der Konsequenz einer revolutionären Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die erste Seite steht heute für viele Menschen noch im Vordergrund und ist Ausdruck einer ersten Abwendung der Massen von den bürgerlichen Parteien. Wir sind überzeugt, dass das den Leuten irgendwann nicht mehr genügen wird, weil sie sehen müssen, dass sich der Kapitalismus nicht grundlegend reformieren lässt, solange seine gesetzmäßige Grundlage wirkt. Wer die MLPD stärkt, stärkt diese zweite Seite im Linkstrend, der letztlich die Zukunft gehören wird. Damit diese zweite Seite vorherrschend wird, der Linkstrend zunimmt und nicht in Resignation versackt, ist viel Überzeugungsarbeit notwendig, die wir in diesem Wahlkampf in hunderttausenden Einzelgespräche geleistet haben und noch leisten werden.

 

Moderator am 19.09.2009 20:07

zu Stefan/Walther: Lieber Kollege, leider hatten wir ein technisches Problem und mussten deshalb unmittelbar bei Beginn des Chats von der Chatsoftware in das Forum umschalten. Deshalb dauern die Antworten etwas länger und ihr müsst auch öfters die Seite neu laden. Das tut uns leid und entspricht nicht den üblichen Gepflogenheiten eines Live-chats.

 

marf am 19.09.2009 20:09

Naja,


eiegntlich meinte ihc das gleich was " Bekunin "!


WARUM GIBT ES KEINE LINKE. Partei sondern soviel in der BRD!Ich bin DIE LINKE. Wähler,weil sie die meisten Stimmen bekommen wird,im Vergleich zur euch oder der KPD oder andeen linken Partei!


Aber du hast díe Frage ja damit beantwortet,das DIE LINKE. sich quer stellt,was ich sehr Schade finde!
Ich muss an die Zeit bei der Hitler an die Macht gekommen ist erinnern!Hätten SPD und KPD zusammengehalten und gemeinsam gegen Hitler gekämpft wäre Millionen Menschen das Leben geblieben!
Das es sowit kommt will ich nicht hoffen,aber der Kapitalismus ist nichts anderes.Er macht das nur schleichender!!!
Marf

 

Stefan Engel am 19.09.2009 20:23

zu marf: Damit zwei Kräfte im antifaschistischen Kampf zusammenarbeiten, müssen sie nicht in einer Partei sein. Der gemeinsame Kampf ist auch möglich in zwei Parteien, die ihre unterschiedliche Programmatik akzeptieren, aber bezogen auf die gemeinsame Kampfaktion, aufs engste zusammenarbeiten. Die Fehler der Geschichte bei der Spaltung zwischen SPD und KPD vor dem Faschismus bestehen darin, dass die Sozialdemokraten die KPD als linksfaschistisch diffamiert hatten und auf diese Art uns Weise ein tiefe Spaltung in der Arbeiterbewegung hervorriefen. Die KPD machte den Fehler diese reaktionäre Diffamierung mit ihrer Sozialfaschismus Theorie gegenüber der Sozialdemokratie zu beantworten, was diese Spaltung noch begünstigte. Die MLPD versucht diese Schlußfolgerungen aus der Geschichte in ihrer politischen Arbeit zu berücksichtigen und ist bereit mit jeder Partei auf demokratischer und antifaschistischer Grundlage gegen die Faschisten zusammenzuarbeiten. Allerdings gibt es auch heute noch vielfach die antikommunistische Ausgrenzung vieler bürgerlicher Politiker gegenüber den Marxisten-Leninisten, was vielfach den gemeinsamen antifaschistischen Kampf unterminiert. Das Hauptproblem im gemeinsamen antifaschistischen Kampf ist der Antikommunismus in seinen vielfältigen Variationen, der leider auch einen Teil der Funktionäre und Mitglieder der Linkspartei erfasst hat.

Stefan Engel am 19.09.2009 20:33

zu Holger, Berlin: Die Idee mit dem Chat am Wahlabend werden wir beraten.

 

Stefan Engel am 19.09.2009 20:09

zu Stefan: Das Problem der DKP ist, dass sie keinerlei Antworten zu geben vermag, warum unter ihrem "realen Sozialismus" unter Ulbricht und Honecker der Kapitalismus wieder restauriert werden konnte. Das Problem der DKP ist weiterhin, dass sie auch nicht bereit ist, eine fundierte wissenschaftliche Diskussion darüber zu führen und über unsere jahrelang vorgetragenen Argumente entweder hinweg geht oder sie mit einer fast schon antikommunistischen Hetze beantwortet. In der DKP gibt es viele ehrliche Kommunisten und revolutionäre Menschen, deren Problem jedoch ist, dass sie sich zu wenig mit diesen ideologisch-politischen Fragen befassen und vielfach aus lauter Parteitreue und Tradition der DKP treu bleiben. Diese Mitglieder müssen sich fragen lassen, ob sie es sich nicht etwas zu einfach machen. Andererseits gibt es eine Vielzahl von ehemaligen Mitgliedern der DKP in unserer Partei, die mit ihren persönlichen Erfahrungen letztlich unsere Kritiken am bürokratischen Kapitalismus unter Honecker und Breschenew bestätigen und somit einen wertvollen Beitrag für einen neuen Aufschwung des Kampfs für den echten Sozialismus leisten konnten.

 

moderator am 19.09.2009 20:12

@Kris
Lieber Kollege,


bei dem plötzlichen Wechsel von der Chat-Software ins Diskussionsforum aufgrund eines technischen Problem ist Stefans Antwort auf deine Frage erst mal im Web verschwunden. Wir versuchen sie wieder zu bekommen und bitten um etwas Geduld.

 

 

mikail am 19.09.2009 20:38

Herr Stefan Engel wenn sie Bundeskanzler sind was fürden sie für die intigration tuhen ???

 

Stefan Engel am 19.09.2009 20:39

zu mikail: 1. bin ich dafür, dass alle dauerhaft in Deutschland lebenden Menschen gleiche Rechte und Freiheiten genießen sollen. Eine Integration von Migranten kann anders nicht funktionieren. 2. muss man auch andere Kulturen und Lebensgewohnheiten tolerieren lernen. Integration ist also keine alleinige Aufgabe von Migranten. Sie steht in engem Wechselverhältnis mit dem Erlernen von Toleranz und Respekt. 3. Als Marxisten-Leninisten sind wir grundsätzlich Internationalisten, die die nationalen Gepflogenheiten und Kulturen niemals überhöhen dürfen, wie es imperialistische Länder gegenüber den Kulturen von kolonialen, unterdrückten und abhängigen Ländern in der Vergangenheit immer getan haben.

 

damokles - am 19.09.2009 20:39

Hallo Stefan, mich interessiert, ob die OSZE-Wahlbeobachter schon auf unseren Brief reagiert haben

 

Stefan Engel am 19.09.2009 20:40

zu damokles: Bisher haben sich Mitglieder der OSZE bei einer Ortsgruppe der Partei in Norddeutschland gemeldet, um sich konkret über die Bedingungen ihres Wahlkampfs zu erkundigen.

 

Stefan Engel am 19.09.2009 20:38

Vielen Dank für die anregende Diskussion. Leider war es mir nicht möglich, alle Fragen in der kurzen Zeit zu beantworten, wozu auch ein nicht vorhersehbares technisches Problem beitrug. Es besteht aber weiterhin die Möglichkeit, Fragen an unsere Hotline zu senden. Wir bemühen uns, sie erschöpfend zu beantworten. Ich habe uns erspart, auf bestimmte unflätige antikommunistische Angriffe zu antworten. Dazu war mir die Zeit zu schade. Ich bitte dafür um Verständnis und wünsche noch einen schönen Abend.

 

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